Himmlische Geheimnisse – Das Zweite Buch Mose, Kapitel 17
Des zweiten Buches Mose
17. Kapitel
1. Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus von der Wüste Sin, gemäß ihren Reisezügen nach dem Munde Jehovahs; und sie lagerten sich in Rephidim; es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken.
2. Und es haderte das Volk mit Mose, und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken; und Mose sprach zu ihnen: Was hadert ihr mit mir, was versuchet ihr Jehovah?
3. Und es dürstete das Volk allda nach Wasser, und das Volk murrte wider Mose und sprach: Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten, daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest?
4. Und Mose schrie zu Jehovah, und sprach: Was soll ich tun mit diesem Volke: Wenig fehlt, so steinigen sie mich.
5. Und Jehovah sprach zu Mose: Ziehe hin vor dem Volke und nimm mit dir von den Ältesten Israels, und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast, nimm in deine Hand und gehe.
6. Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb; da sollst du den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben hervorkommen, daß das Volk trinke; und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels.
7. Und er nannte den Namen des Ortes Massa und Meriba, wegen des Haderns der Söhne Israels, und weil sie Jehovah versucht hatten, indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?
8. Und Amalek kam und kämpfte mit Israel in Rephidim.
9. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, ziehe aus und kämpfe gegen Amalek; morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen, mit dem Stabe Gottes in meiner Hand.
10. Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte, daß er kämpfe gegen Amalek, und Mose, Aharon und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels.
11. Und es geschah, wenn Mose seine Hand erhob, da siegte Israel, und wenn er seine Hand sinken ließ, da siegte Amalek.
12. Aber die Hände Moses wurden schwer; da nahmen sie einen Stein und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf, und Aharon und Hur unterstützten seine Hände, der eine hier, der andere dort; und so geschah es, daß seine Hände stark blieben, bis die Sonne unterging.
13. Und Josua schlug Amalek und sein Volk mit der Schärfe des Schwertes.
14. Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch, und lege es in die Ohren Josuas, denn ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel.
15. Und Mose baute einen Altar, und nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier).
16. Und er sprach: Weil die Hand Amaleks gegen den Thron Jahs ist, darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.
Inhalt
8554. Im vorhergehenden Kapitel wurde im inneren Sinn von der dritten Versuchung gehandelt, insofern es am Guten fehlte. Nachdem ihnen dieses gegeben worden, wird im inneren Sinn in diesem Kapitel von der vierten Versuchung gehandelt, daß es ihnen nämlich am Wahren fehlte. Diese Versuchung wird bezeichnet durch das Murren der Söhne Israels darüber, daß sie nicht Wasser hatten, deswegen wurde ihnen vom Herrn das Wahre des Glaubens gegeben, welches durch das Wasser aus dem Felsen Horeb bezeichnet wird.
8555. Nachher wird gehandelt von dem Kampfe des Falschen aus dem Bösen wider das Wahre und Gute des Glaubens. Derselbe wird vorgebildet durch den Kampf Amaleks wider Israel. Daß diejenigen, die im Wahren und Guten des Glaubens sind, siegen, wenn sie aufblicken zum Herrn, und daß sie unterliegen, wenn sie abwärts blicken, wird dadurch vorgebildet, daß die Söhne Israels siegten, solange Mose seine Hände erhoben hielt, und daß sie unterlagen, wenn er sie sinken ließ.
Innerer Sinn
8556. Vers 1-3: Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus von der Wüste Sin, gemäß ihren Reisezügen nach dem Munde Jehovahs; und sie lagerten sich in Rephidim. Es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken. Und es haderte das Volk mit Mose und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken; und Mose sprach zu ihnen: Was hadert ihr mit mir, was versuchet ihr Jehovah? Und es dürstete das Volk allda nach Wasser, und das Volk murrte wider Mose und sprach: Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten, daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest.
"Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus" bedeutet den Fortschritt des geistigen Lebens;
"von der Wüste Sin" bedeutet vom Zustand der Versuchung in bezug auf das Gute;
"gemäß ihren Reisezügen" bedeutet, gemäß der Ordnung des Lebens, um Leben des Himmels aufzunehmen;
"nach dem Munde Jehovahs" bedeutet vermöge der Versuchung des Herrn;
"und sie lagerten sich in Rephidim" bedeutet die Anordnung des Inwendigen, um Versuchungen zu erleiden in Ansehung des Wahren; ihre Beschaffenheit ist Rephidim;
"es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken" bedeutet den Mangel an Wahrem und daher an Erquickung;
"und es haderte das Volk mit Mose" bedeutet die heftige Beschwerde gegen das göttlich Wahre;
"und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken" bedeutet das brennende Verlangen nach Wahrem;
"und Mose sprach zu ihnen" bedeutet die Antwort durch den Einfluß in das Denken;
"was hadert ihr mit mir" bedeutet, sie sollten gemäßigter sein mit ihrer Beschwerde;
"was versuchet ihr Jehovah" bedeutet, daß sie wider das Göttliche (murrten); an Dessen Hilfe sie verzweifelten;
"und es dürstete das Volk allda nach Wasser" bedeutet die Zunahme des Verlangens nach Wahrem;
"und das Volk murrte wider Mose" bedeutet den höheren Grad der Betrübnis;
"warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten" bedeutet, warum sind wir befreit worden aus den Anfechtungen;
"daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest" bedeutet, aus Mangel an Wahrem ersterbe alles geistige Leben.
8557. "Und die ganze Gemeinde der Söhne Israels zog aus", 2.Mose 17/1, bedeutet den Fortschritt des geistigen Lebens.
Dies erhellt aus der Bedeutung von ausziehen, insofern es das Aufeinanderfolgende und Fortgesetzte des Lebens bezeichnet, worüber Nr. 4375, 4554, 4585, 5996, 8181, 8345, 8397; hier die Aufeinanderfolge oder den Fortschritt des geistigen Lebens, d.h. dessen Zunahme, insofern diese fortwährend durch Versuchungen zustande kommt. Das geistige Leben wächst aber durch Versuchungen, weil durch sie die Glaubenswahrheiten befestigt und mit dem Guten der Liebtätigkeit verbunden werden. Daß die Gemeinde der Söhne Israels die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, sehe man Nr. 7830, 7843.
8558. "Von der Wüste Sin", 2.Mose 17/1, bedeutet, vom Zustand der Versuchung in Ansehung des Guten.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Wüste, insofern sie den Zustand der Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 6828, 8098; und aus der Bedeutung von Sin, insofern es die Beschaffenheit und den Zustand der Versuchung in Ansehung des Guten bezeichnet, worüber Nr. 8398.
8559. "Gemäß ihren Reisezügen", 2.Mose 17/1, bedeutet, gemäß der Ordnung des Lebens, um das Leben des Himmels aufzunehmen.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Reisezüge, insofern sie das Fortschreitende des geistigen Lebens bezeichnen, worüber Nr. 8557, somit die Ordnung dieses Lebens: Nr. 1293. Daß es bedeutet, um Leben vom Himmel aufzunehmen, kommt daher, daß dieses Leben dem Menschen vom Herrn durch Versuchungen gegeben wird, die durch die Reisezüge der Söhne Israels in der Wüste beschrieben werden. Leben des Himmels heißt, vom Herrn durch das Gute geführt werden. Damit der Mensch zu diesem Leben gelange, muß das Gute durch das Wahre eingepflanzt werden, d.h. die Liebtätigkeit durch den Glauben; solange dies geschieht, ist der Mensch auf dem Weg zum Himmel, aber noch nicht im Himmel. Und damit alsdann die Glaubenswahrheiten befestigt und auch mit dem Guten verbunden werden, wird der Mensch in Versuchungen versetzt, denn sie sind die Mittel der Verbindung des Guten und Wahren. Daher wird der Mensch, wenn er im Guten ist, d.h. in der Neigung, das Gute um des Guten willen, also um des Nächsten willen zu tun, alsdann in den Himmel erhoben, denn er ist in der Ordnung des Himmels, und wird durch das Gute vom Herrn geführt.
Hieraus kann man erkennen, was unter dem Leben des Himmels verstanden wird.
8560. "Nach dem Munde Jehovahs", 2.Mose 17/1, bedeutet, vermöge der Vorsehung des Herrn.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Mundes Jehovahs, insofern er das göttlich Wahre bezeichnet, demgemäß sie geführt wurden; denn der Mund Jehovahs bedeutet hier den göttlichen Ausspruch, und die Führung nach demselben, insofern dies die Vorsehung bezeichnet.
Die göttliche Vorsehung unterscheidet sich von jeder anderen Führung und Leitung dadurch, daß die Vorsehung beständig das Ewige im Auge hat, und beständig zum Heile führt, und zwar durch verschiedene Zustände, bald durch frohe, bald durch traurige, die der Mensch zwar durchaus nicht begreifen kann, die aber dennoch alle zu seinem Leben in Ewigkeit beitragen. Solches wird bezeichnet durch die Reisezüge nach dem Munde Jehovahs.
Daß Jehovah im Worte der Herr ist, sehe man Nr. 1343, 1736, 2004, 2005, 2018, 2025, 2156, 2329, 2447, 2921, 3023, 3035, 5041, 5663, 6303, 6281, 6905.
8561. "Und sie lagerten sich in Rephidim", 2.Mose 17/1, bedeutet die Anordnung des Inneren, um Versuchungen zu erleiden in Ansehung des Wahren; ihre Beschaffenheit wird durch Rephidim bezeichnet.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Lagerns, insofern es die Anordnung des Wahren und Guten bei den zu erleidenden Versuchungen bezeichnet, worüber Nr. 8130, 8131, 8155; hier um eine Versuchung zu erleiden in Ansehung des Wahren, die dadurch vorgebildet wird, daß sie kein Wasser hatten, worüber im Folgenden. Die Anordnung des Inneren wird gesagt, weil das Wahre und Gute das Innere (oder Inwendige) des Menschen der Kirche bilden.
Daß Rephidim die Beschaffenheit dieser Versuchung bedeutet, kommt daher, daß die Ortsnamen die Beschaffenheit des Zustandes der Sache bedeuten, von der es sich handelt, hier die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung in Ansehung des Wahren, weil von dieser Sache hier gehandelt wird.
8562. "Es war aber kein Wasser da für das Volk zu trinken", 2.Mose 17/1, bedeutet den Mangel an Wahrem und daher an Erquickung.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668; und aus der Bedeutung von trinken, insofern es soviel ist als in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden und sie aufnehmen, worüber Nr. 3069, 3772, 4017, 4018; hier erquickt werden, denn so wie das Wasser und der Trank das natürliche Leben erquicken, so (erquicken) die Wahrheiten und Erkenntnisse des Wahren das geistige Leben; denn wer im geistigen Leben ist, wünscht die Erhaltung desselben durch solche Dinge, die himmlische Speise und Trank genannt werden, und diese sind das Gute und Wahre des Glaubens, ebenso wie die, welche im natürlichen Leben sind, die Erhaltung desselben wünschen durch solche Dinge, die natürliche Speise und Trank sind.
Jetzt handelt es sich aber von der Versuchung in Ansehung des Wahren, weil kurz vorher von der Versuchung in Ansehung des Guten gehandelt wurde, nach welcher Versuchung sie das Manna erhielten, wodurch das Gute bezeichnet wird, denn wenn der Mensch mit Gutem vom Herrn beschenkt wird, dann fühlt er das Verlangen nach Wahrem, und dieses Verlangen entbrennt je nach dem Mangel desselben, denn das Gute begehrt fortwährend das Wahre; jede echte Neigung zum Wahren stammt aus dem Guten. Es verhält sich damit wie mit der Speise, weil auch diese ohne Trank nicht zur Ernährung des natürlichen Lebens dienen kann, und die Speise den Trank erfordert, damit sie mit diesem sich verbinden, und dadurch Nutzen gewähren könne.
Dies ist nun die Ursache, warum die Versuchung in Ansehung des Wahren unmittelbar auf die Versuchung in Ansehung des Guten folgt. Die Versuchung greift (immer) das an, was der Mensch liebt und wünscht: Nr. 4274, 4299.
8563. "Und es haderte das Volk mit Mose", 2.Mose 17/2, bedeutet die heftige Beschwerde gegen das göttlich Wahre.
Dies erhellt aus der Bedeutung von hadern, insofern es eine heftige Beschwerde bezeichnet, denn wer in der Versuchung hadert, der beklagt sich heftig. Und aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 6723, 6752, 6774, 6827, 7010, 7089, 7382.
8564. "Und sie sprachen: Gebet uns Wasser, damit wir trinken", 2.Mose 17/2, bedeutet das brennende Verlangen nach Wahrem.
Dies erhellt aus dem, was Nr. 8562 über die Bedeutung des Wassers und Trinkens gezeigt worden ist.
8565. "Und Mose sprach zu ihnen", 2.Mose 17/2, bedeutet die Antwort durch den Einfluß in das Denken.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, wenn es vom göttlich Wahren ausgeht, das durch Mose vorbildlich dargestellt wird, insofern es eine Antwort bezeichnet, und weil jede Antwort vom Göttlichen durch Einfließen geschieht, und zwar in das Denken, darum hat es diese Bedeutung.
8566. "Was hadert ihr mit mir", 2.Mose 17/2, bedeutet, sie sollten gemäßigter sein in ihrer Beschwerde.
Dies erhellt aus der Bedeutung von hadern, insofern es eine heftige Beschwerde bezeichnet, wie Nr. 8563; daß sie gemäßigter sein sollten, liegt auch darinnen, denn es wird gesagt, daß sie dadurch Jehovah versuchen.
8567. "Was versuchet ihr Jehovah", 2.Mose 17/2, bedeutet, daß sie wider das Göttliche (murrten); an Dessen Hilfe sie verzweifelten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "Jehovah versuchen", insofern es soviel ist, als wider das Göttliche sich beschweren. Daß dieses bis zum Verzweifeln an Seiner Hilfe geht, kommt daher, daß die Beschwerden oder Klagen bei Versuchungen solches in sich schließen, denn die Versuchungen sind ein beständiges Verzweifeln an dem Heile. Zuerst leise, nach und nach aber heftig hervortretend, so daß zuletzt ein Zweifeln entsteht, welches die Gegenwart des Göttlichen und Seine Hilfe fast gänzlich leugnet.
Das geistige Leben wird meistens bis zu diesem Äußersten in den Versuchungen gebracht, weil dadurch das natürliche Leben erstirbt, denn alsdann wird mitten in der Verzweiflung das Innerste vom Herrn im Kampfe wider das Falsche gehalten; deshalb wird auch jene Verzweiflung bald durch Tröstungen zerstreut, die vom Herrn eingeflößt werden, denn nach jeder geistigen Versuchung (kommt) Trost und gleichsam ein neues Leben.
Daß die Versuchungen bis zur Verzweiflung geführt werden, sehe man Nr. 1787, 2694, 5279, 5280, 7147, 7155, 7166, 8165; und daß nach den Versuchungen der Trost erscheint: Nr. 3696, 4572, 5246, 6829, 8367, 8370 E.
8568. "Und es dürstete das Volk allda nach Wasser", 2.Mose 17/3, bedeutet die Zunahme (oder Vermehrung) des Verlangens nach Wahrem.
Dies erhellt aus der Bedeutung von dürsten, insofern es soviel ist als begehren und sich sehnen, und weil es vom Wahren gesagt wird, wie hungern vom Guten. Ferner aus der Bedeutung des Wassers, insofern es das Wahre des Glaubens bezeichnet, worüber Nr. 8562. Daß dürsten soviel ist als begehren und sich sehnen, nämlich nach Wahrem, das durch Wasser bezeichnet wird, geht deutlich aus vielen Stellen im Worte hervor:
Amos 8/11-13: "Siehe, es werden Tage kommen, wo Ich einen Hunger senden werde in das Land, nicht Hunger nach Brot und nicht Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs. Und man wird gehen von einem Meere bis zum anderen, und von Mitternacht bis zum Morgen, um das Wort Jehovahs zu suchen, aber es nicht finden; an demselben Tage werden schöne Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten": das Verlangen nach Erkenntnis des Wahren wird hier durch das Dürsten beschrieben. Das Verlangen nach Wahrem wird bezeichnet durch (die Worte): "Ich will einen Durst senden, nicht Durst nach Wasser, sondern die Worte Jehovahs zu hören". Der Mangel an Wahrem und die dadurch entstehende Beraubung des geistigen Lebens wird beschrieben durch die Worte: "An demselben Tage werden schöne Jungfrauen und Jünglinge vor Durst verschmachten". Schöne Jungfrauen bezeichnen diejenigen, die in den Neigungen zum Guten sind, und Jünglinge, die in den Neigungen zum Wahren sind.
Jes.55/1,2: "Ihr Dürstenden alle kommet zum Wasser, und die ihr kein Geld habt, kommet, kaufet und esset; kommet und kaufet ohne Geld und ohne Bezahlung, Wein und Milch": alle ihr Dürstenden, kommet zum Wasser, bedeutet offenbar das Verlangen nach den Glaubenswahrheiten; kaufen ohne Bezahlung Wein und Milch, heißt, sich vom Herrn, also umsonst das Wahre und Gute des Glaubens verschaffen. Daß Wasser das Wahre des Glaubens bedeutet, sehe man oben Nr. 8562; und daß Wein das Gute des Glaubens ist: Nr. 6377, und auch Milch: Nr. 2184, daß hier unter kommen zum Wasser und Wein und Milch kaufen, nicht Wein und Milch verstanden wird, sondern solche Dinge, die Sache des Himmels und der Kirche sind, kann jedem klar sein.
Joh.Offenb.21/6: "Ich will dem Dürstenden geben vom Quell des Wassers des Lebens umsonst": Quell des Wassers des Lebens bedeutet das Wahre und Gute des Glaubens. Der Dürstende bezeichnet den, der sich danach sehnt aus Neigung, gemäß den Worten des Herrn bei
Joh.4/13,14: "Jesus sprach zum samaritischen Weibe: Ein jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; wer aber trinken wird von dem Wasser, das Ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt": Wasser bedeutet hier offenbar das Glaubenswahre aus dem Wort, also vom Herrn; nicht dürsten heißt hier, daß es ihm nicht mehr an Wahrem fehlen werde.
Joh.6/35: "Jesus sprach: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu Mir kommt, der wird nicht hungern; und wer an Mich glaubt, wird nicht dürsten in Ewigkeit".
Joh.7/37,38: "Jesus rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu Mir und trinke. Jeder, der an Mich glaubt, aus dessen Leibe werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen": dürsten (steht) für nach Wahrem verlangen, trinken für unterrichtet werden; Ströme lebendigen Wassers für das göttlich Wahre, das vom Herrn allein (kommt).
Jes.21/14: "Bringet Wasser entgegen dem Dürstenden, ihr Bewohner von Thema, begegnet mit Brot dem Herumirrenden": dem Dürstenden Wasser entgegenbringen bedeutet, den Verlangenden in den Wahrheiten unterrichten und dadurch das Leben seiner Seele erquicken.
Jes.32/6: "Der Tor wird Torheit reden, und sein Herz wird Unrecht tun, Heuchelei zu üben, und Verkehrtes zu reden wider Jehovah, um darben zu lassen die Seele des Hungernden, und dem Durstenden den Trank zu versagen": der Hungernde bedeutet den, der Verlangen hat nach Gutem, und der, welcher nach Trank dürstet, den, der sich nach Wahrem sehnt.
Jes.41/17,18: "Die Armen und Dürftigen suchen nach Wasser, aber es ist keines da; ihre Zunge schmachtet vor Durst; Ich will Flüsse öffnen auf den Hügeln, und Quellen machen inmitten der Täler, die Wüste will Ich zu einem Wassersee machen, und das dürre Land zu Wasserquellen": nach Wasser suchen bedeutet offenbar nach Wahrem suchen, vor Durst schmachten, des geistigen Lebens beraubt sein aus Mangel an Wahrem; Flüsse, Quellen, Wasserseen und Wasserbäche bezeichnen Glaubenswahrheiten, in denen sie unterrichtet werden sollen.
Jes.48/20,21: "Sprechet, Jehovah hat erlöset Jakob, Seinen Knecht; dann werden sie nicht dürsten; Er wird sie führen in den Wüsten, Wasser aus dem Felsen läßt Er für sie fließen, Er spaltet den Felsen, daß die Wasser hervorfließen": sie werden nicht dürsten, bedeutet, daß bei ihnen kein Mangel an Wahrem sein solle; Wasser hier offenbar für Glaubenswahrheiten.
Jes.49/10: "Sie sollen nicht hungern, noch dürsten, weder Glut, noch Sonne soll sie treffen, denn ihr Erbarmer wird sie führen, und auch zu Wasserquellen wird Er sie leiten": sie werden nicht hungern, bedeutet, daß sie nicht Mangel an Gutem haben werden; sie werden nicht dürsten, bezeichnet, daß sie keinen Mangel an Wahrem haben werden; Wasserquellen (steht) für Erkenntnisse des Wahren aus dem Worte.
5.Mose 8/15: "Jehovah, Der dich führte durch die große und schreckliche Wüste, wo Schlangen, Feuerottern, Skorpione und Dürre und kein Wasser ist, Der dir Wasser hervorbrachte aus felsiger Klippe".
Jes.35/4,6,7: "Sehet, euer Gott wird kommen, dann werden in der Wüste Wasser hervorbrechen, und Flüsse in der Ebene der Wüste; der dürre Ort wird zum See werden, und das durstige Land zu Wasserquellen": Wasser in der Wüste, die hervorbrechen sollen, Flüsse, Seen, Wasserquellen (stehen) offenbar für Glaubenswahrheiten und deren Erkenntnisse, die vom Herrn ausgehen, wenn Er in die Welt kommen wird.
Ps.63/2: "Gott, mein Gott, des Morgens suche ich Dich, es dürstet meine Seele nach Dir, nach Dir verlangt mein Fleisch, im dürren Lande schmachtend ohne Wasser": hier wird dürsten vom Wahren gesagt, schmachtend ohne Wasser, bedeutet, daß keine Wahrheiten vorhanden sind. Durst bedeutet den Mangel an Wahrem und daher Beraubung des geistigen Lebens.
Jes.5/13: "Darum wird mein Volk ins Elend wandern aus Mangel an Erkenntnis; seine Edlen leiden Hunger, und seine Reichen verschmachten vor Durst".
Jes.50/2: "Ich mache Ströme zur Wüste, ihre Fische faulen, darum, daß kein Wasser da ist, und sie werden sterben vor Durst".
Hieraus kann nun erhellen, was in diesem Kapitel dadurch bezeichnet wird, daß "kein Wasser da war für das Volk zum Trinken": 2.Mose 17/1; dadurch, daß sie sprachen: "Gebet uns Wasser, damit wir trinken": 2.Mose 17/2; durch: "Es dürstete das Volk allda nach Wasser": 2.Mose 17/3; "daß Wasser aus dem Felsen kam": 2.Mose 17/6; folglich wird durch ihr Murren über Mangel an Wasser die Versuchung wegen Mangel an Wahrem bezeichnet, denn wenn der Mensch in Versuchung gerät wegen Mangel an Wahrem, dann wird er in einem heftigen Verlangen danach gehalten, und zugleich in Verzweiflung hinsichtlich seines ewigen Heiles deswegen; das bewirkt dann Schmerz, Betrübnis und Klage.
8569. "Und das Volk murrte wider Mose", 2.Mose 17/3, bedeutet den höheren Grad der Betrübnis.
Dies erhellt aus der Bedeutung von murren, insofern es Betrübnis (und Schmerz) infolge der Bitterkeit der Versuchung bezeichnet, worüber Nr. 8351. Daß ein höherer Grad der Betrübnis gemeint ist, erhellt aus den Worten Moses, als er zu Jehovah rief: "Wenig fehlt, so steinigen sie mich": 2.Mose 17/4.
8570. "Warum hast du uns heraufkommen lassen aus Ägypten", 2.Mose 17/3, bedeutet, warum sind wir befreit worden aus den Anfechtungen.
Dies erhellt aus der Bedeutung von heraufkommen lassen oder heraufführen, insofern es soviel ist als befreien; und aus der Bedeutung Ägyptens, insofern es die Anfechtungen bezeichnet, worüber Nr. 7278; denn die Ägypter bedeuten diejenigen, die im anderen Leben die Angehörigen der Kirche anfechten: Nr. 6854, 6914, 7474, 7828, 7932, 8018, 8099, 8159, 8321.
8571. "Daß du mich und meine Söhne und mein Vieh vor Durst sterben lässest", 2.Mose 17/3, bedeutet, aus Mangel an Wahrem ersterbe alles geistige Leben.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es soviel ist als umkommen, hier in Ansehung des geistigen Lebens; und aus der Bedeutung von "mich, meine Söhne und mein Vieh", insofern es das Ganze des geistigen Lebens bezeichnet; denn durch mich oder den Menschen der Kirche wird das Gute der Liebtätigkeit und des Glaubens, durch Söhne die inneren Glaubenswahrheiten und durch Vieh die äußeren Wahrheiten, aus denen das Gute kommt, bezeichnet, also das Ganze des geistigen Lebens. Denn das geistige Leben besteht aus dem Guten der Liebtätigkeit und des Glaubens und aus dem inneren und äußeren Wahren des Glaubens.
Daß der Mensch das Gute bedeutet, sehe man Nr. 4287, daß die Söhne Glaubenswahrheiten bedeuten: Nr. 489, 491, 533, 2623, 2803, 2813, 3373, 3704; und daß durch Vieh die Wahrheiten bezeichnet werden, aus denen das Gute (hervorgeht): Nr. 6016, 6045, 6049; ferner aus der Bedeutung des Durstes, insofern er den Mangel an Wahrem bezeichnet, worüber Nr. 8568.
8572. Vers 4-6: Und Mose schrie zu Jehovah und sprach: Was soll ich tun mit diesem Volk: Wenig fehlt, so steinigen sie mich. Und Jehovah sprach zu Mose: Ziehe hin vor dem Volke und nimm mit dir von den Ältesten Israels, und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast, nimm in deine Hand und gehe. Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb, da sollst du den Felsen schlagen, und es wird Wasser aus demselben hervorkommen, daß das Volk trinke; und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels.
"Und Mose schrie zu Jehovah und sprach" bedeutet die innere Klage und Vermittlung;
"was soll ich tun mit diesem Volk" bedeutet für diejenigen, die so heftige Beschwerde führen wegen des Nicht-Empfangens des Wahren;
"wenig fehlt, so steinigen sie mich" bedeutet, es sei nahe daran, daß sie dem Wahren vom Göttlichen Gewalt antäten;
"und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet die Hilfe;
"ziehe hin vor dem Volke" bedeutet, er solle sie führen und belehren;
"und nimm mit dir von den Ältesten Israels" bedeutet von den wichtigsten Wahrheiten;
"und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast" bedeutet die göttliche Macht, kraft derer das Falsche zerstreut wurde;
"nimm in deine Hand und gehe" bedeutet, mit dieser versehen, solle er den Befehl vollziehen;
"siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb" bedeutet den Herrn in Ansehung der Glaubenswahrheiten;
"da sollst du den Felsen schlagen" bedeutet, sie sollten fortfahren, Ihn zu bitten;
"und es wird Wasser aus demselben hervorkommen" bedeutet, von Ihm würden die Glaubenswahrheiten (gegeben werden);
"daß das Volk trinke" bedeutet, die sie erquicken und ihnen geistiges Leben geben sollten;
"und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels" bedeutet die Wirkung durch die hauptsächlichsten Wahrheiten.
8573. "Und Mose schrie zu Jehovah und sprach", 2.Mose 17/4, bedeutet die innere Klage und Vermittlung.
Dies erhellt aus der Bedeutung von schreien, wenn es wegen der göttlichen Hilfe (geschieht), die das Volk wegen des heftigen Schmerzes verlangte, insofern es eine innere Klage bezeichnet, wie auch Nr. 1782; und auch eine Vermittlung, wie Nr. 8179.
Weil "Mose schrie zu Jehovah" Vermittlung (oder Fürbitte) vom göttlich Wahren, das durch Mose vorgebildet wird, bedeutet, so soll mit wenigem gesagt werden, was die Vermittlung ist und wie es sich mit ihr verhält:
Diejenigen, die nicht wissen, was die Vermittlung ist, können sich keine andere Vorstellung davon machen, als daß der Herr beständig den Vater bitte und Sich für den Sünder verwende, der demütig bittet und Buße verspricht. Ja, die Einfältigen denken sogar, daß der Herr bei dem Vater sitze und mit Ihm über den Sünder spreche, und daß Er Ihn bitte, Er möge Ihm denselben überlassen, damit er in Seinem Reiche sei und die ewige Seligkeit genieße. Eine solche Vorstellung haben die meisten von der Vermittlung (oder Fürbitte), von der im Worte die Rede ist, wo gesagt wird, der Herr werde Seinen Vater für sie bitten.
Wer kann aber nicht sehen, daß dies nach den Vorstellungen des menschlichen Denkens gesagt wurde, denn zu jener Zeit konnte ein jeder, wie auch die meisten heutzutage, nicht anders über das himmlische Reich denken, als wie man über ein irdisches Reich denkt; denn aus diesem wird die Vorstellung von jenem entnommen. Dies zeigt sich ganz deutlich sogar bei den Aposteln des Herrn: Jakobus und Johannes, die baten, daß einer zur Rechten und der andere zur Linken in Seinem Reiche sitzen möge: Mark.10/35-37; und auch bei den übrigen Aposteln. Weil nämlich unter ihnen ein Streit entstanden war, wer unter ihnen der Größte sein werde im Reiche des Herrn, sprach der Herr zu ihnen, sie würden essen und trinken an Seinem Tische in Seinem Reiche, und auf Stühlen sitzen, um zu richten die zwölf Stämme Israels: Luk.22/24,30; daß sie also mit Ihm herrschen würden. Daß dies aber nach ihrer Vorstellung und also nach ihrer Fassungskraft gesagt wurde, und im inneren Sinn etwas anderes bedeutet, was damals nicht so offen verkündigt werden konnte, ist klar. Was die zwölf Stühle, auf denen die Apostel (sitzen sollten), bedeuten, sehe man Nr. 2129, 6397.
Mit der Vermittlung verhält es sich aber in folgender Weise: In jeder Liebe liegt eine Vermittlung, und somit auch in jeder Barmherzigkeit; denn die Barmherzigkeit ist Sache der Liebe. Daß derjenige, der liebt, oder sich erbarmt, beständig vermittelt, kann aus Beispielen erhellen: der Ehemann, der seine Frau liebt, will, daß sie von anderen wohlwollend aufgenommen werde, und daß man ihr Gutes erzeige; er sagt es zwar nicht mit deutlichen Worten, aber er denkt es beständig, somit bittet er fortwährend im Stillen darum und tritt vermittelnd für sie ein. Ebenso machen es die Eltern für ihre Kinder, die sie lieben; und ebenso handeln die, welche in der Liebtätigkeit sind, für den Nächsten; und die, welche in der Freundschaft sind, für den Freund. Hieraus kann man ersehen, daß Vermittlung beständig in jeder Liebe liegt.
Ebenso verhält es sich mit der Fürbitte oder Vermittlung des Herrn für das menschliche Geschlecht, und besonders für diejenigen, die im Guten und Wahren des Glaubens sind, denn auf diese ist die göttliche, d.h. die unendliche Liebe und die göttliche, d.h. unendliche Barmherzigkeit gerichtet; aber sie bittet nicht den Vater für sie und vermittelt dadurch (denn dies würde ein Verfahren ganz nach menschlicher Weise sein), sondern sie entschuldigt beständig und vergibt fortwährend, denn sie erbarmt sich fortwährend. Und dies geschieht im Herrn selbst, denn der Herr und der Vater sind eins: Joh.14/8-12.
Ein Geheimnis, das noch tiefer in dem Wort "Vermittlung" verborgen liegt, soll auch mitgeteilt werden: Das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, vermittelt beständig in solcher Weise, weil es von der göttlichen Liebe ausgeht. Der Herr war, als Er in der Welt lebte, das göttlich Wahre, seitdem Er aber verherrlicht worden ist (was geschah, als Er auferstand), ist Er das göttlich Gute: Nr. 7499. Das göttlich Gute ist es, das im Worte im inneren Sinn unter dem Vater verstanden wird, und das göttlich Wahre unter dem Sohn: Nr. 2803, 3704, 7499; und weil im göttlich Wahren, das aus dem göttlich Guten hervorgeht, eine fortwährende Vermittlung liegt, deshalb wird gesagt, der Sohn bitte den Vater und trete für den Menschen vermittelnd ein. Dieses kann von dem Menschen leicht begriffen werden, jenes aber nur mit Mühe.
8574. "Was soll ich tun mit diesem Volk", 2.Mose 17/4, bedeutet für diejenigen, die so heftige Beschwerde führen wegen des Nicht-Empfangens des Wahren.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "was soll ich tun mit diesem Volk", insofern es solches in sich schließt; denn das Hadern des Volkes wider Mose bedeutet die heftige Beschwerde: Nr. 8563, 8566; und daß sie kein Wasser zu trinken hatten, bedeutet den Mangel an Wahrem: Nr. 8562, 8568.
8575. "Wenig fehlt, so steinigen sie mich", 2.Mose 17/4, bedeutet, es sei nahe daran, daß sie dem Wahren vom Göttlichen Gewalt antäten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "wenig fehlt", insofern es soviel ist, als es ist nahe daran; und aus der Bedeutung von steinigen, insofern es eine Bestrafung bezeichnet wegen Gewalttat an dem Wahren, das Angehör des Gottesdienstes war, worüber Nr. 7456; hier (bedeutet es) im entgegengesetzten Sinn, dem Wahren vom Göttlichen, das durch Mose vorgebildet wird, Gewalt antun. Daß Mose das Wahre vom Göttlichen bezeichnet, ist öfters gezeigt worden.
8576. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2.Mose 17/5, bedeutet die Hilfe.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende in sich schließt, hier, daß die Wahrheiten gegeben werden sollten, über deren Mangel sie sich so heftig beklagten, und die durch Wasser vom Horeb bezeichnet werden; somit schließt das Sprechen hier die Hilfe in sich.
8577. "Ziehe hin vor dem Volke", 2.Mose 17/5, bedeutet, er solle sie führen und belehren.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "vor jemand einherziehen", insofern es soviel ist als es führen, und somit auch ein Lehren bezeichnet; denn wer lehrt, der führt in geistiger Weise. Und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, die hier das Volk sind, insofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnen, worüber schon öfter.
8578. "Und nimm mit dir von den Ältesten Israels", 2.Mose 17/5, bedeutet, von den wichtigsten Wahrheiten.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die Hauptstücke der Weisheit und Einsicht bezeichnen, die mit dem Guten und Wahren übereinstimmen, worüber Nr. 6524, 6525, 6890, 7912; also die wichtigsten Wahrheiten; denn diese sind Sache der Einsicht und Weisheit.
8579. "Und deinen Stab, womit du den Strom geschlagen hast", 2.Mose 17/5, bedeutet die göttliche Macht, kraft derer das Falsche zerstreut wurde.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes, insofern er eine Macht bezeichnet, worüber Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 6947, 7011, 7026; hier die göttliche Macht, weil durch Mose, dem der Stab gehörte, der Herr in Ansehung des göttlich Wahren vorgebildet wurde. Ferner aus der Bedeutung des Stromes, hier des Stromes Ägyptens, insofern er das Falsche bezeichnet, worüber Nr. 6693.
"Womit du den Strom geschlagen hast", wird gesagt, um die Zerstreuung des Falschen auszudrücken, denn durch die göttliche Macht, vermittelst welcher das Wahre gegeben wird, wird auch das Falsche zerstreut. Das Wahre, das gegeben wird, wird durch das Wasser aus dem Felsen in Horeb bezeichnet.
8580. "Nimm in deine Hand und gehe", 2.Mose 17/5, bedeutet, mit dieser (Macht) versehen, solle er den Befehl vollziehen.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Hand nehmen", nämlich den Stab, insofern es ausdrückt mit jener Macht versehen oder ausgerüstet werden. Daß "gehe hin" bedeutet, er solle den Befehl vollziehen, erhellt ohne Erklärung.
8581. "Siehe, Ich will daselbst stehen vor dir auf dem Felsen in Horeb", 2.Mose 17/6, bedeutet den Herrn in Ansehung der Glaubenswahrheiten.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Felsens, insofern er den Glauben bezeichnet, hier den Glauben vom Herrn, oder den Herrn in Ansehung des Glaubens; denn Jehovah, d.h. der Herr sagt, siehe, Ich will auf dem Felsen stehen. Und aus der Bedeutung des Horeb, insofern er das göttliche Gesetz bezeichnet. Daher wird durch jene Worte der Herr bezeichnet in Ansehung der Glaubenswahrheiten, die aus Seinem Gesetz oder dem Worte sind.
Daß der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubens bedeutet, und in Beziehung auf den Menschen den Glauben vom Herrn, erhellt aus mehreren Stellen im Worte:
5.Mose 32/3,4,13,15,18,30,31,37: "Gebet Ehre unserm Gott, dem Felsen, vollkommen ist Sein Werk; Er ließ einherfahren (Sein Volk) auf den Höhen der Erde, Er speiste es mit den Früchten des Feldes, ließ es Honig saugen aus dem Felsen und Öl aus dem Kieselfelsen; als aber Jeschurun fett ward, schlug er aus, verließ Gott, Der ihn gemacht hatte, und verachtete den Fels seines Heils; den Felsen, der dich gezeugt, verließest du; und vergessen hast du Gottes, deines Bildners; ihr Fels verkaufte sie und Jehovah schloß sie ein; denn nicht wie unser Fels ist ihr Fels; dann wird man sagen: wo sind ihre Götter, der Fels, auf den sie trauten": hieraus ist deutlich, daß es Jehovah, d.i. der Herr ist, Der Fels genannt wird. Daß es Jehovah oder der Herr ist in Ansehung des Glaubens, geht hier deutlich aus dem einzelnen im inneren Sinn hervor.
Dan.2/34,35,44,45: "Du schautest, bis sich ein Stein losriß, nicht durch Menschenhand, und er schlug die Bildsäule an ihre Füße von Eisen und Ton, und zermalmte sie, da wurden zugleich zermalmt das Eisen, der Ton, das Erz, das Silber und das Gold und wurden wie Spreu von den Sommertennen; so daß der Wind sie wegführte, und man keine Stätte für sie fand; der Stein aber, der die Bildsäule geschlagen, wurde zu einem großen Felsen, und erfüllte die ganze Erde; und der Gott des Himmels wird ein Reich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen soll, und Dessen Herrschaft wird keinem anderen Volk überlassen werden, zermalmen und vernichten wird es alle diese Reiche, es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen, darum, daß du gesehen hast, wie sich vom Felsen ein Stein losriß, nicht durch Menschenhand, und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte": es wird hier vom Herrn und von Seinem Reich gehandelt; unter dem Stein wird der Glaube verstanden und unter dem Felsen der Herr in Ansehung des Glaubens. Daß dies durch Stein und Fels bezeichnet wird, ist dem, der es überlegt, deutlich.
Auch bedeutet Stein im Wort das Glaubenswahre, man sehe Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3773, 3789, 3798, 6426; darum wird auch der Herr in Ansehung des göttlich Wahren der Stein Israels genannt: Nr. 6426. Der Fels bedeutet aber den Herrn in Ansehung des Glaubenswahren, weil unter Felsen auch die Schutzwehr gegen das Falsche verstanden wird. Die wahre Schutzwehr ist das Glaubenswahre; denn durch dieses wird gekämpft sowohl gegen das Falsche als gegen das Böse. Hieraus kann auch erhellen, daß unter dem Felsen der Herr in Ansehung des Glaubens verstanden wird und auch der Glaube, der vom Herrn (stammt), in den Worten, die der Herr zu Petrus geredet:
Matth.16/18,19: "Ich aber sage dir, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich bauen Meine Gemeinde, und die Pforten des Hades (oder Hölle) sollen sie nicht überwältigen, und Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben, und alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du lösen wirst auf Erden, soll auch im Himmel gelöst sein": daß der Felsen hier den Herrn in Ansehung des Glaubens bezeichnet und den Glauben, der vom Herrn ist, und daß Petrus diesen Glauben vorbildlich darstellt, sehe man in der Vorrede zu 1.Mose Kapitel 22, ferner Nr. 3750, 4738, 6000, 6073 E, 6344 E.
Es muß auch jedem, der aus gesunder Vernunft denkt, klar sein, daß die Macht, den Guten den Himmel zu öffnen und die Hölle vor ihnen zu verschließen, und dagegen den Bösen die Hölle zu öffnen und ihnen den Himmel zu verschließen, dem Herrn allein angehört. Sie gehört aber auch dem Glauben, weil der Glaube vom Herrn ist, also auch dem Herrn angehört, d.h. der Herr selbst in ihm ist. Im anderen Leben wirkt auch in der Tat alle Macht durch das Glaubenswahre aus dem Guten: Nr. 4931, 6344, 6423, 8200, 8304. Wer aus der Vernunft denkt, kann auch den Schluß ziehen, daß die Gemeinde oder Kirche des Herrn nicht auf irgendeinen Menschen, also nicht auf Petrus, sondern auf den Herrn selbst, somit auf den Glauben an Ihn erbaut worden ist.
Hieraus kann man ersehen, in welche und in wie große Irrtümer diejenigen verfallen, die sich streng an den Buchstabensinn des Wortes halten, und wie begierig die Vorsteher der Kirche es ergreifen, daß solche Macht dem Petrus gegeben worden sei und folglich auch denen, die sich seine Nachfolger nennen; denn es schmeichelt ihrer Liebe, und wie schwer sie sich überzeugen lassen, daß es anders zu verstehen ist; denn jeder will sich die höchste Macht verschaffen. Aus diesem geht auch deutlich hervor, wie notwendig es ist, daß man wisse, was der Felsen, was die Schlüssel, was die Pforten der Hölle und vieles andere im inneren Sinn bedeuten.
Daß Jehovah ein Fels genannt und dann (immer) der Herr in Ansehung des Glaubens zu verstehen ist, erhellt auch aus vielen anderen Stellen im Wort, wie z.B. aus den folgenden, die ich ohne weitere Erklärung anführen darf:
Jes.16/1: "Schicket die Lämmer des Landesbeherrschers von dem Felsen gegen die Wüste hin zum Berge Zions".
Jes.17/10: "Vergessen hast du den Gott deines Heils, und des Felsen deiner Zuflucht hast du nicht gedacht".
Jes.31/9: "Aschur wird fallen durch das Schwert nicht eines Mannes, auch sein Fels wird vergehen aus Schrecken darüber".
Jes.42/11: "Es mögen singen die Felsbewohner, von dem Gipfel der Berge mögen sie rufen".
Jes.51/1: "Höret auf Mich, die ihr nach Gerechtigkeit strebt und Jehovah suchet, schauet auf den Fels, aus dem ihr gehauen seid".
Jerem.48/28: "Verlasset die Städte und wohnet auf dem Felsen, ihr Bewohner Moabs".
Jerem.51/25,26: "Ich will wider dich sein, du verheerender Berg, der du die ganze Erde verheerest, und Ich will Meine Hand ausstrecken wider dich und dich herabwälzen von dem Felsen und dich machen zu einem Berge der Verbrennung, daß man nicht von dir nehme einen Eckstein, noch einen Grundstein": von Babel.
Ps.40/3: "Er führte mich herauf aus der Grube des Verderbens, aus kotigem Schlamm, und stellte auf den Felsen meine Füße". Ps.61/3: "Von den Enden der Erde schreie ich zu dir, wenn mein Herz verschmachtet, zu einem Felsen, der mir zu hoch ist, führst Du mich".
Ps.81/17: "Ich speiste sie mit dem Fette des Weizens, und mit Honig aus dem Felsen sättigte Ich sie".
Weil der Fels den Herrn in Ansehung des Glaubens und den Glauben vom Herrn bedeutete, darum geschahen auch die Wunder auf dem Felsen, wovon es im Buche der Richter heißt:
Richt.6/20,21: "Der Engel Jehovahs sprach zu Gideon: Nimm das Fleisch und das Ungesäuerte, und lege es auf den Felsen und gieße die Brühe aus darüber; und es stieg Feuer empor aus dem Felsen, und verzehrte das Fleisch und das Ungesäuerte".
Richt.13/19,20: "Manoah, der Vater Simsons, nahm ein Ziegenböcklein, und opferte es auf dem Felsen; da tat der Engel etwas Wunderbares und stieg auf in der Flamme": was dies bedeutet, kann man erkennen, wenn es aus dem inneren Sinn erklärt wird, (nämlich) was Gideon vorbildlich darstellte, und was Manoah, der Vater Simsons; ferner was das Fleisch und das Ungesäuerte und die Brühe; ferner, was das Ziegenböcklein und das Feuer bezeichnet, denn alles und jedes bildete vor und war bezeichnend.
Aus der Bedeutung des Felsens, insofern er den Glauben bezeichnet, kann man auch erkennen, was darunter verstanden wird, daß Moses, als er Jehovah sehen sollte, in eine Felsenkluft gestellt wurde: 2.Mose 33/20-23, denn die Felsenkluft bedeutet das Dunkle des Glaubens.
Daß der Felsen auf dem Horeb, aus dem Wasser kam, den Herrn bedeutet, ist in den Kirchen bekannt. Daß er aber den Herrn in Ansehung des Glaubens und auch den Glauben vom Herrn bedeutet, ist nun gezeigt worden.
Dasselbe, was durch den Felsen auf dem Horeb, wird auch bezeichnet durch Folgendes bei Jes.48/20,21: "Saget: Jehovah hat erlöst Seinen Knecht Jakob, dann wird man nicht dürsten; in den Wüsten wird Er sie führen, Wasser aus dem Felsen wird Er für sie fließen lassen, Er wird den Felsen spalten, daß Wasser herausfließen".
Daß dem Volk aus keinem anderen Felsen Wasser gegeben wurde, als aus dem auf dem Horeb, kommt daher, daß Horeb das göttliche Gesetz bedeutet. Durch Horeb wird aber das göttliche Gesetz bezeichnet, weil dort das göttliche Gesetz verkündigt wurde; und auch der Glaube vom Herrn stammt aus dem göttlichen Gesetz, d.h. aus dem Wort, denn durch dieses lehrt der Herr, was Glaube ist und gibt auch den Glauben.
8582. "Da sollst du den Felsen schlagen", 2.Mose 17/6, bedeutet, sie sollten fortfahren, Ihn zu bitten, nämlich den Herrn.
Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen, insofern es hier soviel ist als im Bitten beharren, aber aus demütigem Herzen. Daß "den Felsen schlagen" bedeutet, inständig bitten aus demütigem Herzen, kann daraus erhellen, daß dem Mose, weil er den Felsen mit hartem Herzen schlug, und auf diese Weise heftig (das Wasser) begehrte, angekündigt wurde, er werde das Volk nicht in das Land Kanaan einführen, wie er selbst erzählt
4.Mose 20/10-12: "Mose und Aharon versammelten die Gemeinde vor dem Felsen; und sprach zu ihnen: Höret doch, ihr Widerspenstigen, werden wir wohl aus diesem Felsen Wasser für euch hervorbringen? Und Mose erhob seine Hand und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stabe; da kam (dennoch) viel Wasser heraus; alsdann sprach Jehovah zu Mose und Aharon: darum, daß ihr nicht an Mich geglaubt und Mich nicht geheiligt habt vor den Augen der Söhne Israels, sollt ihr die Gemeinde nicht bringen in das Land, das Ich ihnen geben will".
8583. "Und es wird Wasser aus demselben hervorkommen", 2.Mose 17/6, bedeutet, daß von Ihm würden die Glaubenswahrheiten (gegeben werden).
Dies erhellt aus der Bedeutung des Felsen, aus dem die Wasser herauskommen, insofern er den Herrn bezeichnet in Ansehung des Glaubens, worüber Nr. 8581; und aus der Bedeutung der Wasser, insofern sie die Glaubenswahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 2702, 3058, 3424, 4976, 5668, 8568.
8584. "Daß das Volk trinke", 2.Mose 17/6, bedeutet, die sie erquicken und ihnen geistiges Leben geben sollten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von trinken, insofern es heißt in den Glaubenswahrheiten unterrichtet werden, so daß sie geistiges Leben geben und erquicken, worüber Nr. 8562.
8585. "Und Mose tat also vor den Augen der Ältesten Israels", 2.Mose 17/6, bedeutet die Wirkung durch die wichtigsten Wahrheiten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "Mose tat also", insofern es die Wirkung bezeichnet; und aus der Bedeutung der Ältesten Israels, insofern sie die wichtigsten Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 8578. Vorher wurde gesagt, daß Mose von den Ältesten Israels mit sich nahm, und jetzt, daß er es vor den Augen der Ältesten Israels tat, weil der Glaube durch die Wahrheiten gegeben wird, und zwar durch die Hauptwahrheiten; denn aus diesen kommt Erleuchtung, so daß die Wahrheiten, die aus ihnen hervorgehen und untergeordnete heißen, deutlich und klar erkannt werden.
8586. Vers 7: Und er nannte den Namen des Ortes Massa und Meriba, wegen des Haderns der Söhne Israels und weil sie Jehovah versucht hatten, indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?
"Und er nannte den Namen des Ortes Massa" bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung;
"und Meriba" bedeutet die Beschaffenheit der Beschwerde;
"wegen des Haderns der Söhne Israels" bedeutet die Beschwerde wegen der Heftigkeit der Versuchung (die so groß war), daß sie beinahe unterlagen;
"und weil sie Jehovah versucht hatten" bedeutet, daß es wider das Göttliche war, an Dessen Hilfe sie verzweifelten;
"indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?" bedeutet, daß sie beinahe glaubten, der Herr bringe den Seinigen keine Hilfe.
8587. "Und er nannte den Namen des Ortes Massa", 2.Mose 17/7, bedeutet die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "Namen" und "Namen nennen", insofern es die Beschaffenheit bezeichnet, worüber Nr. 144, 145, 1754, 1896, 2009, 2628, 2724, 3006, 3421, 6674, 6887; und aus der Bedeutung des Ortes, insofern er einen Zustand bezeichnet, worüber Nr. 2625, 2837, 3356, 3387, 4321 4882, 5605, 7381; daß es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung bedeutet, kommt daher, daß von der Versuchung gehandelt wird. Die Beschaffenheit ihres Zustandes wird durch Massa bezeichnet. Massa bedeutet auch in der Ursprache Versuchung. Über die Beschaffenheit derselben soll im Folgenden gesprochen werden.
8588. "Und Meriba", 2.Mose 17/7, bedeutet die Beschaffenheit der Beschwerde.
Dies erhellt daraus, daß Meriba in der Grundsprache Streit oder Hadern bedeutet, und Hadern bedeutet Beschwerde: Nr. 8563, 8566; weil auch die Namen die Beschaffenheit einer Sache bezeichnen: Nr. 8587, deshalb bedeutet Meriba hier die Beschaffenheit der Beschwerde.
Was diese Versuchung selbst und ihre Beschaffenheit anbelangt, so muß man wissen, daß hier solche (Menschen) beschrieben werden, die in den Versuchungen beinahe unterliegen, indem sie nämlich wider den Himmel und auch wider das Göttliche Selbst Klage führen, und zuletzt beinahe nicht mehr an die göttliche Vorsehung glauben. Dies wird im inneren Sinn durch das Vorhergehende bezeichnet, wie auch durch das in diesem Verse Folgende, und zwar ist es die Beschaffenheit des Zustandes der Versuchung, die durch Massa, und die Beschaffenheit der Beschwerde in der Versuchung, die durch Meriba bezeichnet wird. Daß diese Beschaffenheit hier durch Meriba bezeichnet wird, zeigt sich deutlich bei Ps.81/8: "In der Angst riefest du zu Mir und Ich errettete dich, Ich erhörte dich im Verborgenen, Ich prüfte dich an den Wassern Meribas".
Aber im inneren historischen Sinn, in dem vom Religionszustande des israelitischen Volkes gehandelt wird, wird beschrieben, wie dieses Volk beschaffen war gegen Jehovah, daß es Ihn nämlich nicht mit demütigem Flehen um Hilfe bitten wollte, sondern dieselbe mit Heftigkeit begehrte, und dies darum, weil sie Jehovah nicht als den höchsten Gott von Herzen, sondern nur mit dem Munde anerkannten, wenn sie (Seine) Wunder sahen. Daß sie Ihn nicht von Herzen anerkannten, zeigt sich offenbar bei dem ägyptischen Kalbe, das sie sich machten und anbeteten, indem sie sagten, dies wären ihre Götter. Ferner (erkennt man es) an ihrem oft wiederholten Abfall, worüber Nr. 8301. Das ist es, was im inneren historischen Sinn hier beschrieben wird.
Im inneren geistigen Sinn aber wird die Beschaffenheit der Versuchung bei denen beschrieben, die zum Äußersten derselben geführt werden, bevor sie befreit werden.
Daß die Beschaffenheit des israelitischen Volkes und ihres religiösen Zustandes durch den Streit mit Mose bei Massa und Meriba beschrieben wird, erhellt auch bei
Ps.95/8-11: "Verhärtet nicht euer Herz wie in Meriba, wie am Tage von Massa in der Wüste, wo Mich eure Väter versuchten; sie versuchten Mich, obwohl sie Meine Werke sahen; vierzig Jahre lang hatte Ich Verdruß an diesem Geschlecht; und Ich sprach: Es ist ein Volk von irrendem Herzen und Meine Wege kennen sie nicht, darum habe Ich geschworen in Meinem Zorn: sie sollen nicht zu Meiner Ruhe kommen".
5.Mose 6/16; 9/22,24: "Ihr sollet Jehovah, euern Gott, nicht versuchen, wie ihr Ihn versucht habt in Massa".
5.Mose 33/8,9: "Von Levi sprach Er: Deine Thummim und Urim, (d.i. dein Recht und Licht) bleibe bei dem heiligen Manne, Den du versuchtest bei Massa, mit Dem du strittest bei den Wassern Meribas": der heilige Mann bedeutet hier den Herrn, Den sie versuchten und Den Mose und Aharon nicht heiligten; im inneren historischen Sinn aber, in dem vom religiösen Zustand des Volkes Israel die Rede ist, wird durch Mose und Aharon nicht das göttlich Wahre vorgebildet, sondern der Religionszustand dieses Volkes, dessen Führer und Häupter sie waren: Nr. 7041.
Weil ihr religiöser Sinn so beschaffen war, wie oben gesagt wurde, darum wurde ihnen auch angekündigt, daß sie das Volk nicht in das Land Kanaan einführen sollten, worüber es heißt:
4.Mose 20/12,13; 27/14: "Jehovah sprach zu Mose und Aharon: Darum, daß ihr nicht an Mich geglaubt habt und Mich nicht geheiligt vor den Augen der Söhne Israels, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land führen, das Ich denselben gegeben habe, das ist das Wasser Meriba, wo die Söhne Israels mit Jehovah haderten".
4.Mose 20/24: "Aharon wird gesammelt werden zu seinem Volke und nicht in das Land kommen, das Ich den Söhnen Israels geben werde, darum, daß ihr widerspenstig waret gegen Mein Wort bei dem Wasser Meriba". Desgleichen Mose: 5.Mose 32/50,51.
Daß bei diesem Volke gleichwohl ein vorbildlicher Gottesdienst angeordnet wurde, geschah deswegen, weil der vorbildliche Gottesdienst bei jedem Volke eingeführt werden konnte, das den äußeren Gottesdienst heilig hielt und beinahe abgöttisch verehrte; denn das Vorbildliche hat nicht die Person im Auge, sondern die Sache: Nr. 1361, und im Charakter dieses Volkes lag es mehr als bei allen anderen Völkern, vor allem das Äußere als etwas Heiliges und Göttliches zu verehren, ohne alles Innere; wie auch ihre Väter Abraham, Jischak und Jakob als höhere Wesen zu verehren, und nachher auch Moses und David. Überdies hielten sie jeden Stein und jedes Stück Holz, das zu ihrem Gottesdienste geweiht war, für heilig und göttlich, z.B. die Bundeslade, die Tische, den Leuchter, den Altar, die Gewänder Aharons, die Urim und Thummim und nachher den Tempel. Durch solche Dinge fand zu jener Zeit vermöge der Vorsehung des Herrn eine Gemeinschaft der Engel des Himmels mit dem Menschen statt; denn es muß irgendwo eine Kirche geben oder ein Vorbild der Kirche, damit eine Gemeinschaft des Himmels mit dem menschlichen Geschlecht bestehe. Und weil dieses Volk mehr als jedes andere den Gottesdienst in äußerliche Dinge setzen und so das Vorbildliche der Kirche darstellen konnte, deshalb wurde es hierzu verwendet.
Die Gemeinschaft mit den Engeln im Himmel fand zu jener Zeit durch vorbildliche Darstellung in folgender Weise statt: Ihr äußerer Gottesdienst wurde in Verbindung gebracht mit den engelartigen Geistern, die einfältigen Gemütes sind und nicht über das Innere nachdenken, gleichwohl aber innerlich gut sind. Solche sind es, die im Größten Menschen den Häutchen entsprechen. Diese achten gar nicht auf das Innere des Menschen, sondern nur auf dessen Äußeres. Wenn dies heilig erscheint, denken sie auch heilig darüber. Die inwendigeren Engel des Himmels schauten in diesen Geistern die Dinge, die vorgebildet wurden, somit das Himmlische und Göttliche, dem sie entsprachen, denn bei diesen konnten sie sein und diese Dinge sehen, nicht aber den Menschen, außer durch jene, denn die Engel wohnen bei den Menschen im Inwendigen, wo aber kein Inwendiges ist, wohnen sie in dem Inneren der einfältigen Geister; denn die Engel verstehen nur die geistigen und himmlischen Dinge, die das Innere in den vorbildlichen Darstellungen sind.
Aus diesem wenigen kann erhellen, wie die Gemeinschaft mit dem Himmel durch ein solches Volk hergestellt werden konnte. Man sehe aber, was hierüber schon früher nachgewiesen wurde, nämlich daß bei den Juden das Heilige des Gottesdienstes auf wunderbare Weise in den Himmel erhoben wurde außerhalb ihrer: Nr. 4307; daß die Nachkommen Jakobs das Heilige vorbilden konnten, wie sie auch immer beschaffen sein mochten, wenn sie nur die befohlenen Zeremonien genau beobachteten: Nr. 3147, 3479, 3480, 3881 E, 4208, 4281, 4288, 4289, 4293, 4307, 4444, 4500, 4680, 4825, 4844, 4847, 4899, 4912, 6304, 6306, 7048, 7051, 8301 E.
8589. "Wegen des Haderns der Söhne Israels", 2.Mose 17/7, bedeutet die Beschwerde wegen der Heftigkeit der Versuchung, (die so groß war,) daß sie beinahe unterlagen.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Haderns, insofern es eine heftige Beschwerde ausdrückt, worüber Nr. 8563. Daß sie beinahe unterlagen, erhellt aus der Beschaffenheit ihres Haderns, indem sie nämlich Mose fast gesteinigt hätten, und auch Jehovah versuchten, und sprachen: "Ist Jehovah in unserer Mitte (oder nicht?)".
8590. "Und weil sie Jehovah versucht hatten", 2.Mose 17/7, bedeutet, daß es wider das Göttliche war, an dessen Hilfe sie verzweifelten.
Dies erhellt aus Nr. 8567, wo dieselben Worte.
8591. "Indem sie sprachen: Ist Jehovah in unserer Mitte oder nicht?", 2.Mose 17/7, bedeutet, daß sie beinahe glaubten, der Herr bringe den Seinigen keine Hilfe; dies erhellt ohne Erklärung.
8592. Vers 8,9: Und Amalek kam und kämpfte mit Israel in Rephidim. Da sprach Mose zu Josua: Erwähle uns Männer, ziehe aus und kämpfe gegen Amalek; morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen, mit dem Stabe Gottes in meiner Hand.
"Und Amalek kam" bedeutet das Falsche aus dem inwendigeren Bösen;
"und kämpfte mit Israel in Rephidim" bedeutet, daß sie dieselben angriffen, während sie eine schwere Versuchung aushielten;
"da sprach Mose zu Josua" bedeutet den göttlichen Einfluß in das kämpfende Wahre;
"erwähle uns Männer" bedeutet, daß es die Wahrheiten zum Kampfe ordnen solle;
"ziehe aus und kämpfe gegen Amalek" bedeutet, wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen;
"morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen" bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem Guten der Liebtätigkeit, und den daraus hervorgehenden Einfluß;
"mit dem Stabe Gottes in meiner Hand" bedeutet, daß dadurch die Macht (entstehe).
8593. "Und Amalek kam", 2.Mose 17/8, bedeutet das Falsche aus dem inwendigeren Bösen.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung von Amalek, insofern es (d.h. dieses Volk) das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber im Folgenden. Welche und wie beschaffen diejenigen sind, die sich im Falschen aus dem inwendigeren Bösen befinden, soll zuerst gesagt werden.
Das inwendigere Böse ist dasjenige, das tief innen im Menschen liegt, verborgen in seinem Willen und dadurch in seinem Denken, und wovon im Äußeren, z.B. in seinen Handlungen, in seiner Rede, in seinem Angesicht keine Spur erscheint. Diejenigen, die in einem solchen Bösen sind, befleißigen sich in jeder Weise und mit aller Kunst, es zu verbergen und zu verstecken unter dem Anschein des Ehrenhaften und Gerechten, und unter dem Anschein der Nächstenliebe. Gleichwohl aber denken sie bei sich auf nichts anderes, als wie sie Böses zufügen können, und soweit als möglich tun sie es durch andere, wobei sie sich hüten, daß es nicht als von ihnen herrührend erscheine. Das Böse selbst beschönigen sie, so daß es nicht als Böses erscheint. Es ist der höchste Lustreiz ihres Lebens, solche Dinge auszusinnen und im Verborgenen ins Werk zu setzen. Dies wird das inwendigere Böse genannt.
Die in diesem Bösen sind, heißen böse Genien, und sind im anderen Leben völlig von denen getrennt, die im äußeren Bösen sind und Geister heißen. Jene, nämlich die bösen Genien, haben ihre Hölle hinter dem Menschen, d.h. in seinem Rücken, und daselbst in verschiedenen Höhlen. Die bösen Geister hingegen haben sie vor dem Menschen und auch zu den Seiten desselben. Jene Genien gehören im Größten Menschen zur Gegend des kleinen Gehirns und auch zu dem Teile des Rückenmarkes, der seine Fasern und Nerven zu den Organen mit unwillkürlicher Bewegung sendet.
Was ferner das Falsche aus diesem Bösen anbelangt, so ist es nicht wie das Falsche aus dem Bösen der bösen Geister, denn es ist an sich Böses; die in diesem Bösen sind, fallen nicht das Wahre des Glaubens an, sondern das Gute des Glaubens. Sie wirken nämlich durch böse Neigungen, durch die sie die guten Gedanken verdrehen, und dies auf eine fast unbegreifliche Weise. Weil sie so beschaffen sind, werden ihre Höllen gänzlich von den Höllen der bösen Geister getrennt, und zwar so sehr, daß sie kaum Gemeinschaft (mit ihnen) haben, und dies darum, damit sie getrennt werden von den Menschen der geistigen Kirche; denn wenn sie von ihren Höllen her einfließen würden, so wäre es um den Menschen dieser Kirche geschehen, sie würden nämlich auf ganz verborgene Weise in das Gewissen einfließen und es verkehren, und zwar durch Einflößung böser Neigungen. Diese höllischen Genien greifen den Menschen keineswegs offen an, auch nicht, wenn er die Kraft besitzt, Widerstand zu leisten, sondern wenn es scheint, daß der Mensch nahe daran ist, zu unterliegen, dann sind sie plötzlich bei der Hand und drängen ihn, daß er völlig fällt. Dies wird auch dadurch vorbildlich dargestellt, daß Amalek gerade jetzt Israel anfiel; und auch nachher, als die Söhne Israels sich Jehovah widersetzten, und sich fürchteten vor den Völkern im Lande Kanaan:
4.Mose 14/43,45: "Damals zog auch Amalek mit den Kanaanitern herab vom Berge und sie schlugen die Söhne Israels bis nach Horma".
Hieraus kann erhellen, wie diejenigen beschaffen sind, die unter Amalek vorbildlich dargestellt werden, und warum der Urteilsspruch Jehovahs über sie war, daß beständig Krieg gegen sie sein und ihr Andenken vertilgt werden solle unter dem Himmel. Demzufolge heißt es 2.Mose 17/16: "Weil die Hand der Bösen gegen den Thron Jahs ist, wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht".
5.Mose 25/17-19: "Gedenke, was Amalek dir getan hat, als du auszogst aus Ägypten, wie er dir begegnete auf dem Wege, und deine Nachhut schlug, alle Schwachen hinter dir her, als du müde und matt warst, und (wie es) Gott nicht fürchtete; wenn dir Jehovah, dein Gott, Ruhe geben wird, sollst du vertilgen das Andenken Amaleks unter dem Himmel; du sollst es nicht vergessen".
1.Sam.Kap.15: "Es wurde von Jehovah durch Samuel dem Saul gesagt: "Ich habe beschlossen, heimzusuchen, was Amalek Israel getan hat, das sich ihm in den Weg stellte, als es auszog aus Ägypten; darum ziehe hin und schlage Amalek, und verbanne, (d.i. vertilge) alles, was sein ist, und schone seiner nicht, sondern töte (alle) vom Manne bis zum Weibe, vom Kinde bis zum Säugling, vom Ochsen bis zum Schaf, vom Kamel bis zum Esel. Aber Saul verschonte den König Agag, und die besten Schafe und Rinder, und auch die von zweiter Güte, und die Widder, und alles was auserlesen war; darum wurde dem Saul angekündigt, daß er von nun an nicht mehr König über Israel sein sollte".
Daß das Andenken Amaleks ausgelöscht und alles, was sein war, vertilgt werden sollte, bedeutet, daß die bösen Genien durchaus nicht Gemeinschaft haben sollten mit denen, die der geistigen Kirche angehörten, denn sie haben nur mit denen Gemeinschaft, die nicht im Wahren sind, sondern das Falsche aus böser Neigung begünstigen.
Wer kann da nicht sehen, daß Jehovah ohne eine tiefer liegende Ursache nimmermehr gesagt haben würde, es solle ein ewiger Krieg wider Amalek sein, und das Andenken desselben unter dem Himmel vertilgt werden, und alles, was sein ist, verbannt werden, und daß dies gleichwohl nicht geschehen ist. Der tiefer liegende Grund, warum dies gesagt und getan wurde, ist enthalten in den Worten Samuels an Agag, den König der Amalekiter, den Saul verschonte:
1.Sam.15/32,33: "Agag, der König der Amalekiter, ging mit Freudigkeit zu Samuel; aber Samuel sprach: Weil dein Schwert die Weiber ihrer Kinder beraubt hat, so soll deine Mutter vor andern Frauen ihrer Kinder beraubt werden, und Samuel hieb ihn in Stücken vor Jehovah": mit Freudigkeit gehen, bedeutet das äußere Einschmeichelnde was solche in Gegenwart anderer haben; dein Schwert hat die Weiber ihrer Kinder beraubt, bedeutet, daß ihr Falsches den guten Neigungen Gewalt antue; deine Mutter soll der Kinder beraubt werden vor den Weibern, bedeutet, daß bei ihnen die böse Neigung vom Willensgebiet und nicht vom Verstandesgebiet aus herrschen werde; und Samuel hieb ihn in Stücke vor Jehovah, bedeutet, daß sie getrennt wurden von denen, die vom Verstand aus im Falschen aus dem Bösen sind, also die Genien von den Geistern, wie oben gesagt worden. Daß die Weiber die Neigungen bedeuten, sehe man Nr. 568, 6014, 8337; daß das Schwert das kämpfende und verwüstende Falsche bezeichnet: Nr. 2799, 4499, 7102.
8594. "Und kämpfte mit Israel in Rephidim", 2.Mose 17/8, bedeutet, daß sie dieselben angriffen, während sie eine schwere Versuchung aushielten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von kämpfen, insofern es soviel ist als angreifen durch Falsches aus inwendigerem Bösen; und aus der Bedeutung von Rephidim, insofern es die Beschaffenheit der Versuchung in Ansehung des Wahren bezeichnet, worüber Nr. 8561. Was unter diesem zu verstehen ist, erhellt aus dem, was Nr. 8593 gesagt wurde, daß nämlich diejenigen, die durch Amalek vorgebildet werden, im anderen Leben die anfallen, die in Versuchungen stehen, wenn sie schon nahe daran sind, zu unterliegen.
8595. "Da sprach Mose zu Josua", 2.Mose 17/9, bedeutet den göttlichen Einfluß in das kämpfende Wahre.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es hier den Einfluß bezeichnet, weil er sich auf das kämpfende Wahre bezieht, das durch Josua vorbildlich dargestellt wird. Den göttlichen Einfluß bedeutet es, weil unter Mose das göttlich Wahre vorgebildet wird, d.h. das Wahre, das unmittelbar vom Herrn ausgeht. Dieses Wahre, weil es das reine Göttliche ist, fließt in alle Glaubenswahrheiten ein, und macht, daß sie Wahrheiten sind. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das kämpfende Wahre bezeichnet.
Daß Josua das kämpfende Wahre bezeichnet, erhellt daraus, daß ihm befohlen wurde, wider Amalek zu kämpfen, d.h. wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen. Wider dieses muß das Wahre kämpfen, das durch den Einfluß des göttlich Wahren zum kämpfenden geworden ist. Das göttlich Wahre selbst, das unmittelbar vom Herrn ausgeht, ist nicht kämpfend, sondern friedlich, denn es ist der Friede selbst, indem es vom göttlich Guten der göttlichen Liebe des Herrn ausgeht. Damit es aber zum kämpfenden werde, fließt es bei solchen Engeln ein, die in brünstigen Eifer für das Wahre und Gute sind, und von diesem Eifer angeregt kämpfen. Daher stammt das kämpfende Wahre, das durch Josua vorbildlich dargestellt wird.
Weil dieses Wahre durch Josua vorgebildet wird, deshalb wurde er auch nach Mose zum Anführer der Söhne Israels ersehen, und führte sie in das Land Kanaan ein, und kämpfte mit den Völkerschaften daselbst. Daher erschien ihm auch, als er in das Land Kanaan kam, ein Engel Jehovahs mit einem entblößten Schwert in der Hand, und nannte sich den Fürsten des Heeres Jehovahs: Jos.5/13-15.
Das entblößte Schwert in der Hand bedeutet das kämpfende göttlich Wahre in seiner Macht, daß das Schwert das kämpfende Wahre bezeichnet, sehe man Nr. 2799, 4499; daß das entblößte Schwert das fortwährend gegen das Falsche und Böse kämpfende bedeutet: Nr. 8294, und daß die Hand Macht bezeichnet: Nr. 878, 4931-4937, 7518, 8050, 8153; daß ferner die Völkerschaften im Lande Kanaan Falsches und Böses bedeuten, gegen das man kämpfen muß: Nr. 8054.
8596. "Erwähle uns Männer", 2.Mose 17/9, bedeutet, daß es die Wahrheiten zum Kampfe ordnen solle.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Männer, insofern sie Wahrheiten bezeichnen, worüber Nr. 265, 749, 1007, 3134; sie zum Kampfe ordnen, wird dadurch bezeichnet, daß Josua sie auswählen sollte; denn wenn unter Josua das kämpfende göttlich Wahre vorbildlich dargestellt wird, dann werden durch die Männer, die er erwählt und sich beifügt, die zum Kampfe geordneten Wahrheiten bezeichnet.
8597. "Ziehe aus und kämpfe gegen Amalek", 2.Mose 17/9, bedeutet, wider das Falsche aus dem inwendigeren Bösen.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es das Falsche aus inwendigerem Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593.
8598. "Morgen werde ich auf dem Gipfel des Hügels stehen", 2.Mose 17/9, bedeutet die Verbindung des göttlich Wahren mit dem Guten der Liebtätigkeit, und den daraus hervorgehenden Einfluß.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, der auf dem Gipfel des Hügels stehen sollte, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfters; aus der Bedeutung von stehen, insofern es soviel ist, als verbunden werden und einfließen. Stehen bedeutet hier verbunden werden, weil er damals auf dem Gipfel des Hügels sein sollte, und Hügel das Gute der Liebtätigkeit bedeutet; es bedeutet aber auch einfließen, weil er von dort aus den Kampf überblickte und auch anordnete, was dadurch bezeichnet wird, daß Israel siegte wenn er seine Hand erhob, und Amalek siegte wenn er seine Hand sinken ließ. Ferner aus der Bedeutung des Hügels, insofern er das Gute der Liebtätigkeit bezeichnet, worüber Nr. 6435.
Wie es sich verhält mit der Verbindung und dem Einfluß des Guten der Liebtätigkeit in das kämpfende Wahre, soll mit wenigem gesagt werden: Das göttlich Wahre wird zum Kämpfenden durch die Verbindung mit denen, die im Eifer sind, wie oben gesagt worden. Diejenigen, die im Eifer sind, kämpfen, aber nicht aus irgendeiner Unfreundlichkeit oder Feindseligkeit, sondern vielmehr aus Liebtätigkeit; denn der Eifer unterscheidet sich vom Zorn dadurch, daß der Eifer das Gute der Liebtätigkeit in sich trägt. Wenn daher der Eifer kämpft, so entfernt er nur diejenigen, die im Falschen und Bösen sind, damit sie diejenigen, die im Guten und Wahren sind, nicht verletzen. Der Zorn aber entfernt sie nicht nur, sondern verfolgt sie auch aus Haß und Rachsucht; der Eifer wünscht aus der Liebtätigkeit, die in ihm liegt, auch denen Gutes, die im Bösen und Falschen sind, und tut es (ihnen) auch, soweit sie den Guten nicht schaden. Aber der Zorn wünscht aus dem Haß und der Rachsucht, die in ihm liegen, allen Böses, mit denen er kämpft, sie mögen gut oder böse sein.
Hieraus kann man erkennen, was unter dem Einfluß des Guten der Liebtätigkeit in das kämpfende Wahre verstanden wird. Daß der Eifer Gutes in sich trägt und der Zorn Böses, sehe man Nr. 4164, 4444.
8599. "Mit dem Stabe Gottes in meiner Hand", 2.Mose 17/9, bedeutet, daß dadurch die Macht entstehe.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Stabes Gottes, insofern er die göttliche Macht bezeichnet, worüber Nr. 4013, 4015, 4876, 4936, 7026; und aus der Bedeutung der Hand, insofern sie ebenfalls Macht bedeutet: Nr. 8595.
"Der Stab Gottes in meiner Hand" wird gesagt, weil durch Stab die äußere, und durch Hand die innere Macht bezeichnet wird, oder Stab die natürliche Macht und Hand die geistige bedeutet: Nr. 6947, 7011.
Es wird gesagt, daß dadurch Macht entstehe, weil dem kämpfenden Wahren die Macht aus dem Guten innewohnt, denn alle Macht, die das Wahre hat, stammt aus dem Guten, das in demselben liegt. Der Grund ist, weil das Göttliche in dem Guten liegt, und durch das Gute in dem Wahren, nicht aber im Wahren ohne das Gute.
Daß das Wahre alle Macht aus dem Guten hat, sehe man Nr. 3563, 4931; und daß das Gute alle Macht aus dem Göttlichen hat, ist (an sich) klar.
8600. Vers 10-13: Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte, daß er kämpfe gegen Amalek; und Mose, Aharon und Hur stiegen auf den Gipfel des Hügels. Und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob, da siegte Israel, und wenn er seine Hand sinken ließ, da siegte Amalek. Aber die Hände Moses wurden schwer; da nahmen sie einen Stein und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf, und Aharon und Hur unterstützten seine Hände, der eine hier, der andere dort; und so geschah es, daß sein Hände stark blieben, bis die Sonne unterging. Und Josua schlug Amalek und sein Volk, mit der Schärfe des Schwertes.
"Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte" bedeutet den Erfolg, sobald das kämpfende Wahre vom göttlichen Wahren geordnet worden war;
"daß er kämpfe gegen Amalek" bedeutet gegen das Falsche vom inwendigeren Bösen;
"und Mose, Aharon und Hur" bedeutet die göttlichen Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung;
"stiegen auf den Gipfel des Hügels" bedeutet im Guten der Liebtätigkeit;
"und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob" bedeutet, wenn der Glaube bei den Angehörigen der geistigen Kirche auf den Herrn hinblickte;
"da siegte Israel" bedeutet, daß dann das kämpfende Wahre siegte;
"und wenn er seine Hand sinken ließ" bedeutet, wenn der Glaube bei ihnen abwärts, oder vom Herrn hinweg auf sich und auf die Welt blickte;
"da siegte Amalek" bedeutet, daß dann das Falsche siegte;
"aber die Hände Moses wurden schwer" bedeutet, daß die Macht, zum Herrn aufzublicken, fehlte;
"da nahmen sie einen Stein" bedeutet das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung,
"und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf" bedeutet die Entsprechung mit dem ersten Wahren der Ordnung; "und Aharon und Hur" bedeutet die Wahrheiten in ihrer Ordnung;
"unterstützten seine Hände" bedeutet die Unterstützung des kämpfenden Wahren;
"der eine hier, der andere dort" bedeutet von allen Seiten;
"und so geschah es, daß sein Hände stark blieben" bedeutet die Stärke der Macht alsdann;
"bis die Sonne unterging" bedeutet, wenn jener Zustand aufhörte;
"und Josua schlug Amalek und sein Volk" bedeutet die Verminderung der Macht bei denen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind;
"mit der Schärfe des Schwertes" bedeutet durch das kämpfende Wahre.
8601. "Und Josua tat, wie Mose zu ihm gesagt hatte", 2.Mose 17/10, bedeutet den Erfolg, sobald das kämpfende Wahre vom göttlichen Wahren geordnet worden war.
Dies erhellt aus der Bedeutung von tun, insofern es den Erfolg bezeichnet; aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das kämpfende Wahre darstellt, worüber Nr. 8595; und aus der Bedeutung von "wie Mose zu ihm gesagt hatte", insofern es heißt, sobald es vom göttlich Wahren geordnet worden, denn durch Mose wird das göttlich Wahre vorbildlich dargestellt; und er sprach, bedeutet, daß es von demselben geordnet werde.
8602. "Daß er kämpfe gegen Amalek", 2.Mose 17/10, bedeutet, gegen das Falsche vom inwendigeren Bösen.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern er das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593.
8603. "Und Mose, Aharon und Hur", 2.Mose 17/10, bedeutet die göttlichen Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7010; aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons, insofern er das mittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre darstellt, worüber Nr. 7009; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Hur, insofern er das durch jenes wieder unmittelbar hervorgehende göttlich Wahre bezeichnet. So stehen die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung.
Was die Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung sind, soll mit wenigem gesagt werden: Alles und jedes in der ganzen Natur entsteht aus einem Inwendigeren nach seiner Ordnung. Es sind (lauter) Ableitungen und Aufeinanderfolgen. Allein das Inwendigere hängt mit dem Äußeren nicht in stetiger Weise zusammen, sondern es ist gesondert, und nur durch Ausläufer, wie durch Fasern verbunden, durch die Gemeinschaft (oder Mitteilung) stattfindet. Wie die Ableitungen (derivationes), und die daraus sich bildenden Aufeinanderfolgen im allgemeinen beschaffen sind, läßt sich für die Vorstellung an den Früchten, z.B. in Zitronen, Äpfeln und ähnlichen nachweisen: ihr Äußerstes bilden die Schalen, die sie umgeben, das Inwendigere bildet das Fleisch, das (von jenem) umgeben wird, noch inwendiger sind die Samenkörner, die von außen mit Kapseln und dann noch mit Häuten umgeben sind. Unter diesen ist das innere Fleisch, in dem die erste Form, gleichsam wie die Seele liegt, aus der wiederum neue Bäume und neue Früchte entstehen. Diese Bestandteile stehen alle in aufeinanderfolgender Ordnung und sind voneinander unterschieden, und zugleich verbunden. Der Verkehr des Inneren mit dem Äußeren findet auf wunderbar Weise vermittelst faserartiger Übergänge statt. Im Anfang, wenn diese Teile gebildet werden, hängen sie beinahe zusammen, aber im Verlauf der Zeit werden sie getrennt; denn die erste Form, die als die innerste im Samen liegt, muß, bevor sie zu einer gleichen Form, wie die ihrer Eltern, ausgedehnt werden kann, allmählich erschlossen werden. Und wenn sie geöffnet wird und anfängt zu wachsen, setzen sich die fleischigen Teile an, von denen sie umgeben wird. Sie dienen zuerst als Boden, hernach zum fruchtbarmachenden Safte. Nach dieser Zeit, die gleichsam die Zeit ihres Aufenthaltes im Mutterschoße ist, wird sie geboren, und dann bleibt sie im Boden des Landes, dem sie als Samen eingepflanzt ist. Hieraus kann man sich eine Vorstellung bilden, wie es sich mit den in aufeinanderfolgender Ordnung abgeleiteten Dingen verhält.
Wie es sich aber im Pflanzenreich verhält, so verhält es sich auch im Tierreich, jedoch in diesem viel vollkommener. Im Tierreich gibt es äußere, inwendige und innerste Dinge, gleichfalls in aufeinanderfolgender Ordnung. Sie sind voneinander geschieden und doch auch verbunden. Aber sie unterscheiden sich (vom Pflanzenreich) darin, daß die Formen im Tierreich zur Aufnahme des Lebens erschaffen sind, daher sind sie gleichsam Aufnahmsformen des Lebens in aufeinanderfolgender Ordnung, somit auch das Leben, das daraus hervorgeht; denn die Formen oder Substanzen, die das Leben aufnehmen, sind die Träger desselben, und was aus den Veränderungen und Modifikationen derselben hervorgeht, sind Kräfte, die Leben genannt werden können, weil sie lebensvolle Kräfte sind.
Hieraus kann nun erhellen, was das göttlich Wahre in aufeinanderfolgender Ordnung ist, denn alles was Sache des Lebens ist, bezieht sich auf das Wahre und seine Vervollkommnung auf das Gute, und im entgegengesetzten Sinn auf das Falsche, und seine Unvollkommenheit auf das Böse. Die Übergänge von dem einen zum anderen in aufeinanderfolgender Ordnung werden auch Grade genannt.
"Stiegen auf den Gipfel des Hügels", 2.Mose 17/10, bedeutet im Guten der Liebtätigkeit; man sehe Nr. 8598. (Diese Stelle fehlt im lateinischen Text und dürfte auf diese Weise zu ergänzen sein. Anm.d.Übers.).
8604. "Und es geschah, wenn Moses seine Hand erhob", 2.Mose 17/11, bedeutet, wenn der Glaube bei den Angehörigen der geistigen Kirche auf den Herrn hinblickte.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Moses, insofern er das göttlich Wahre darstellt, wovon öfter; und aus der Bedeutung von "die Hand erheben", insofern es heißt, die geistige Macht nach oben richten, also zum Herrn. Daß Hand die geistige Macht bedeutet, sehe man Nr. 6947, 7011, und weil die geistige Macht der Glaube ist; denn alle Macht in der geistigen Welt, d.h. gegen das Falsche aus dem Bösen, ist Angehör des Wahren aus dem Guten, oder des Glaubens aus der Liebtätigkeit: Nr. 3563, 4932.
Was es heiße, auf den Herrn blicken, und was es heiße, auf die Welt und auf sich, also von sich aufwärts und von sich unterwärts blicken, sehe man Nr. 7814-7821. Von sich aufwärts blicken, heißt nämlich auf den Nächsten, auf das Vaterland, auf die Kirche, auf den Himmel, also auf den Herrn blicken: Nr. 7814, 7815, 7817; von sich abwärts blicken, heißt auf die Welt und auf sich blicken: Nr. 7817. Daß aufwärts und abwärts blicken heißt, etwas zum Zweck haben und es über alles lieben, sehe man Nr. 7818.
Der Mensch unterscheidet sich von den Tieren dadurch, daß er aufwärts und abwärts blicken kann. Wenn er aufwärts schaut, ist er ein Mensch, aber wenn abwärts, ist er ein Tier: Nr. 7821. Nach oben schauen heißt, zum Herrn erhoben werden: Nr. 7816, denn der Herr fließt bei jedem Menschen durch das Wahre ein, das von Ihm ausgeht. Durch dieses gibt Er dem Menschen Leben, denn das vom Herrn ausgehende Licht, ist das göttlich Wahre, und ist das Leben: Joh.1/4. Dieses göttlich Wahre, das vom Herrn ist, fließt in das Gute bei dem Menschen ein, und zieht durch dasselbe den Menschen zu Sich; denn das Leben, das vom Herrn kommt, ist anziehend, weil es aus der Liebe stammt. Alle Liebe hat nämlich eine Anziehungskraft in sich, weil sie verbunden werden will, bis (zwei) eins sind. Wenn daher der Mensch im Guten ist, und aus dem Guten im Wahren, dann wird er vom Herrn angezogen und mit Ihm verbunden. Dies wird verstanden unter aufwärts blicken zum Herrn.
Wenn der Mensch nicht im Guten ist, und somit nicht im Wahren aus dem Guten, dann wird er zwar auch vom Herrn angezogen, kann aber nicht erhoben werden, denn das Böse und das daraus hervorgehende Falsche wenden ihn ab. Dies wird verstanden unter abwärts sehen, oder auf sich und auf die Welt (blicken).
Daß der Herr den Menschen zu sich ziehen muß, lehrt der Herr selbst bei Joh.12/32: "Ich aber, wenn Ich erhöhet bin über die Erde, werde alle zu Mir selbst ziehen".
Hieraus kann man nun erkennen, wie es zu verstehen ist, daß, wenn der Glaube auf den Herrn schaute, das kämpfende Wahre siegte, und wenn der Glaube vom Herrn ab auf sich und auf die Welt blickte, alsdann das Falsche siegte, was dadurch bezeichnet wird, daß, wenn Mose seine Hand erhob, Israel obsiegte, und wenn er seine Hand sinken ließ, Amalek siegte.
8605. "Da siegte Israel", 2.Mose 17/11, bedeutet, daß dann das kämpfende Wahre siegte.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Oberhand haben" (praevalere), insofern es soviel ist, als siegen; und aus der vorbildlichen Bedeutung von Israel, insofern es die Angehörigen der geistigen Kirche bezeichnet, hier diejenigen, die aus den Wahrheiten gegen das aus dem inwendigeren Bösen stammende Falsche kämpfen.
8606. "Und wenn er seine Hand sinken ließ", 2.Mose 17/11, bedeutet, wenn der Glaube bei ihnen abwärts, oder vom Herrn hinweg auf sich und auf die Welt hinblickte.
Dies erhellt aus dem, was Nr. 8604 erklärt worden ist. Daß der Glaube, der auf den Herrn blickt, siegt, kommt daher, weil alsdann der Herr kämpft; denn der Herr ist der Glaube, weil der Glaube von Ihm ist. Der Glaube dagegen, der vom Herrn auf sich und auf die Welt blickt, unterliegt, weil der Mensch dann aus sich kämpft.
8607. "Da siegte Amalek", 2.Mose 17/11, bedeutet, daß dann das Falsche siegte.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Oberhand behalten" (praevalere), insofern es soviel ist, als siegen; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es das Falsche aus dem inwendigeren Bösen bezeichnet, worüber Nr. 8593.
Daß bald Israel, bald Amalek siegte, bildete vor, daß die Angehörigen der geistigen Kirche nicht in dem Glauben stehen können, der beständig auf den Herrn blickt, sondern daß sie abwechselnd in dem Glauben stehen, der auf sich und auf die Welt blickt; denn diejenigen, die dieser Kirche angehören, sind noch im Dunkeln und dadurch schwach im Glauben. Daß sie so beschaffen sind, sehe man Nr. 2708, 2715, 2718, 2831, 2935, 2937, 3833, 6289, 6500, 6639, 6865, 6945, 7233; daher kommt es, daß Amalek nicht von Josua, und auch nachher weder von den Richtern, noch von den Königen im Lande Kanaan ausgerottet wurde, wie sehr auch befohlen war, daß es vertilgt werden sollte: Nr. 8593.
8608. "Aber die Hände Moses wurden schwer", 2.Mose 17/12, bedeutet, daß die Macht, zum Herrn aufzublicken, fehlte.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie die Macht des Glaubens bezeichnen, worüber Nr. 8604; und aus der Bedeutung der schweren (Hände), d.h., daß die Kraft, die Hände zu erheben, abnahm, insofern es bezeichnet, daß die Macht zum Herrn aufzublicken, fehlte; denn "die Hand erheben" bedeutet den Glauben, der zum Herrn aufsieht: Nr. 8604; und die Hand sinken lassen, den Glauben, der vom Herrn abwärts blickt: Nr. 8606.
8609. "Da nahmen sie einen Stein", 2.Mose 17/12, bedeutet, das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Steines, insofern er das Wahre bezeichnet: Nr. 643, 1298, 3720, 3769, 3771, 3789, 3798, 6426; hier das Wahre im Letzten der Ordnung, weil derselbe unter ihn gelegt wurde, und er sich darauf setzte. Der gemeine Stein bedeutet auch wirklich das untere Wahre, und der kostbare Stein (oder Edelstein), das obere oder inwendige Wahre.
Was das Wahre im Letzten der Ordnung sei, kann aus dem erhellen, was von den Wahrheiten in aufeinanderfolgender Ordnung: Nr. 8603 gesagt worden ist, daß es nämlich innere und äußere Wahrheiten gebe, welche letztere verstanden werden unter den Wahrheiten im Letzten der Ordnung.
8610. "Und legten denselben unter ihn, und er setzte sich darauf", 2.Mose 17/12, bedeutet die Entsprechung mit dem ersten Wahren der Ordnung.
Dies kann man daraus ersehen, daß dieser Stein dem Mose zur Stütze diente, und durch Mose das Wahre im Ersten der Ordnung vorgebildet wird, oder das unmittelbar vom Herrn ausgehende göttlich Wahre. Wenn diesem Wahren das Wahre im Letzten der Ordnung entspricht, dann wird es unterstützt, denn dann wirken sie als eins. Das Innere verbindet sich nämlich mit dem Äußeren, und endlich mit dem Letzten durch die Entsprechungen, dann hat das erste Wahre seine Kraft im Letzten, weil es in demselben ist und durch dasselbe handelt. Wenn aber keine Entsprechung besteht, findet Trennung statt, und dadurch hat das erste Wahre keine Kraft im Letzten.
Was Entsprechung sei, kann man aus dem ersehen, was am Ende mehrerer Kapitel ausführlich über die Entsprechung aller Dinge im Menschen mit dem Größten Menschen berichtet worden ist.
8611. "Und Aharon und Hur", 2.Mose 17/12, bedeutet die Wahrheiten in ihrer Ordnung.
Dies erhellt aus der vorbildlichen Bedeutung Aharons und Hurs, insofern sie die unteren Wahrheiten in der aufeinanderfolgenden Ordnung bezeichnen, in bezug auf das Wahre im Ersten der Ordnung, das durch Mose vorgebildet wird, worüber Nr. 8603.
8612. "Unterstützten seine Hände", 2.Mose 17/12, bedeutet die Unterstützung der Macht des kämpfenden Wahren.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie die Macht bezeichnen, worüber Nr. 878, 4931-4937, 7518, 8050, 8153; hier die Macht des kämpfenden Wahren, das vorgebildet wird durch Josua: Nr. 8595. Daß die Unterstützung des kämpfenden Wahren dadurch bezeichnet wird, daß Aharon und Hur die Hände Moses unterstützten, kommt daher, weil Josua durch die Erhebung der Hände Moses siegte.
8613. "Der eine hier, der andere dort", 2.Mose 17/12, bedeutet von allen Seiten.
Dies erhellt daraus, daß "der eine hier, der andere dort" bedeutet, zur Rechten und zur Linken, und daß im geistigen Sinn zur Rechten und zur Linken soviel ist, als von allen Seiten, denn rechts und links bezeichnen keine Richtung nach einer bestimmten Himmelsgegend hin, sondern nach jeder; denn beide sind da, wohin sich auch immer der Mensch wendet. Mehr noch in der geistigen Welt, wo die Raumbestimmungen sich ganz anders verhalten, als in der natürlichen, denn was zur Rechten ist, erscheint dort rechts bei jeder Wendung oder Umdrehung, ebenso was zur Linken ist; man sehe Nr. 4321, 4882.
8614. "Und so geschah es, daß sein Hände stark blieben", 2.Mose 17/12, bedeutet die Stärke der Macht alsdann.
Dies erhellt aus der Bedeutung der Hände, insofern sie Macht bezeichnen, worüber Nr. 8612, daher wird die Stärke der Macht dadurch bezeichnet, daß die Hände stark blieben durch die Unterstützung.
8615. "Bis die Sonne unterging", 2.Mose 17/12, bedeutet, (die Zeit), wenn jener Zustand aufhörte, nämlich der Zustand des Kampfes mit dem Falschen aus dem inwendigeren Bösen.
Dies erhellt daraus, daß die Tageszeiten vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang, und wiederum bis zum Aufgang, Zustandsveränderungen bedeuten, denen man im anderen Leben unterworfen ist. Das Ende dieses Zustandes wird durch die Zeit des Sonnenunterganges bezeichnet. Daher bedeutet "bis die Sonne unterging", daß jener Zustand aufhörte. Daß die Tageszeiten vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang Zustände und deren Veränderungen bedeuten, sehe man Nr. 5672, 5962, 6110, 8426.
Jeder, der überlegt, kann einsehen, daß das, was in diesen Versen erzählt wird, Geheimnisse enthält, die in den Buchstaben nicht hervortreten, z.B. daß Mose auf dem Hügel stehen und einen Stab in der Hand haben sollte; daß Josua siegte, wenn Mose die Hand erhob, und Amalek siegte, wenn Mose die Hand sinken ließ. Daß sie einen Stein unter ihn legten, auf den er sich setzte, und daß Aharon und Hur seine Hände unterstützten, und zwar bis die Sonne unterging. Wenn nicht alles und jedes (von diesen Dingen) dem, was im Himmel ist, entsprochen hätte, so würde es durchaus nichts zum Kampfe mit Amalek haben beitragen können.
In den Entsprechungen liegt alle Kraft, und zwar so sehr, daß, was auf Erden nach den Entsprechungen geschieht, auch im Himmel gilt, denn die Entsprechungen sind aus dem Göttlichen. Diejenigen, die im Guten der Liebe und des Glaubens sind, stehen in der Entsprechung, und das Göttliche wirkt alles bei ihnen; denn aus dem Göttlichen ist das Gute der Liebe und das Gute des Glaubens. Alle im Worte vorkommenden Wunder wurden durch Entsprechungen vollbracht. Das Wort ist so geschrieben, daß das einzelne darin bis auf das allerkleinste den Dingen entspricht, die im Himmel sind; dadurch hat das Wort göttliche Kraft, und verbindet den Himmel mit der Erde. Die Engel, die im Himmel sind, werden von dem Heiligen, das im inneren Sinn ist, angezogen, dies geschieht durch die Entsprechung der einzelnen Dinge in demselben.
8616. "Und Josua schlug Amalek und sein Volk", 2.Mose 17/13, bedeutet die Verminderung der Macht bei denen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind.
Dies erhellt aus der Bedeutung von schlagen (oder schwächen, debilitare), insofern es eine Verminderung der Macht bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks und seines Volkes, insofern es diejenigen bezeichnet, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind.
8617. "Mit der Schärfe des Schwertes", 2.Mose 17/13, bedeutet, durch das kämpfende Wahre.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Schwertes, insofern es das kämpfende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 2799, 8294.
8618. Vers 14-16: Und Jehovah sprach zu Mose: Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch, und lege es in die Ohren Josuas, denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel. Und Mose baute einen Altar, und er nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier). Und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist, darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.
"Und Jehovah sprach zu Mose" bedeutet eine Belehrung;
"schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch" bedeutet zum ewigen Andenken;
"und lege es in die Ohren Josuas" bedeutet zum Gehorsam für das gegen dieses Falsche kämpfende Wahre;
"denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel" bedeutet, daß dieses Falsche völlig entfernt werden müsse, so daß es nicht mehr kämpfen kann;
"und Mose baute einen Altar" bedeutet zum heiligen Gottesdienst und Andenken;
"und er nannte den Namen desselben Jehovah Nissi" bedeutet den fortwährenden Krieg und Schutz des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen des inwendigeren Bösen sind;
"und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist" bedeutet, weil sie dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollten;
"darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht" bedeutet, daß sie unterjocht und in die Hölle geworfen wurden, von wo sie niemals herauskommen können, zufolge der göttlichen Macht des Herrn.
8619. "Und Jehovah sprach zu Mose", 2.Mose 17/14, bedeutet eine Belehrung.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sprechen, insofern es das Folgende einschließt; und weil in diesem Moses unterrichtet wird über das, was geschehen sollte, so bezeichnet es eine Belehrung.
8620. "Schreibe dieses zum Gedächtnis in ein Buch", 2.Mose 17/14, bedeutet, zum ewigen Andenken.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Gedächtnisses, insofern es das bezeichnet, woran man sich erinnern, oder was in Andenken bleiben soll, worüber Nr. 8066, 8067; und aus der Bedeutung von "in ein Buch schreiben", insofern es ausdrückt, daß man sich fortwährend daran erinneren soll. Dies wird bezeichnet durch "in ein Buch schreiben" bei
Jes.30/8: "Komm, schreibe dieses auf eine Tafel vor ihnen, und verzeichne es in ein Buch, damit es bleibe für künftige Tage, für immer und ewig". Weil durch "in ein Buch zu schreiben", ein Sicherinnern oder Gedenken bezeichnet wird, darum wird von den Gläubigen gesagt, sie seien in das Buch des Lebens geschrieben, denn das göttliche Gedenken bedeutet Erlösung, und das Nichtgedenken oder Vergessen Verdammnis.
Von dem Buche des Lebens heißt es bei Dan.7/9,10: "Der Hochbetagte und das Gericht setzte sich, und die Bücher wurden geöffnet".
Dan.12/1: "An jenem Tage wird errettet werden Dein Volk, ein jeder, der geschrieben erfunden wird in dem Buche".
Ps.69/28,29: "Füge Missetat zu ihrer Missetat, und laß sie nicht gelangen zu Deiner Gerechtigkeit; sie mögen ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht aufgeschrieben werden mit den Gerechten".
Joh.Offenb.3/5: "Wer überwindet, soll mit weißen Kleidern angetan werden, und Ich werde seinen Namen nicht vertilgen aus dem Buche des Lebens".
Joh.Offenb.21/26,27: "In das neue Jerusalem werden nur die eingehen, die geschrieben stehen im Buche des Lammes".
Joh.Offenb.20/12-15: "Ich sah, daß die Bücher geöffnet wurden, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das des Lebens; und es wurden gerichtet die Toten nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken; sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken; und wenn jemand nicht gefunden ward, geschrieben im Buch des Lebens, der ward in den Feuerpfuhl geworfen"; und außerdem Joh.Offenb.13/8; 17/8.
Wer nicht aus dem inneren Sinn weiß, was das Buch des Lebens ist, und was die Bücher bedeuten, nach denen gerichtet werden soll, kann keine andere Vorstellung haben, als daß es im Himmel solche Bücher gebe, und daß in denselben die Taten aller geschrieben stehen, und so das Gedächtnis derselben bewahrt werde, während doch unter Bücher in den genannten Stellen nicht Bücher verstanden werden, sondern das Andenken an alles, was sie getan haben; denn jeder bringt in das andere Leben die Erinnerung an alle seine Taten mit sich, somit das Buch seines Lebens: Nr. 2474. Aber einen jeglichen zu richten nach seinen Taten vermag niemand, als allein der Herr, denn alle Handlungen gehen aus den Grundursachen hervor, die tief im Inneren verborgen liegen, nach diesen Grundursachen (oder Zwecken) wird der Mensch gerichtet, diese weiß niemand als der Herr; deshalb ist Er allein Richter; was auch unter Folgendem verstanden wird:
Joh.Offenb.5/1-9: "Ich sah in der Rechten Dessen, Der auf dem Throne saß, ein inwendig und auswendig beschriebenes, mit sieben Siegeln versiegeltes Buch. Auch sah ich einen starken Engel, der mit lauter Stimme rief: Wer ist würdig das Buch zu öffnen, und dessen Siegel zu lösen? Und einer von den Ältesten sprach zu mir: Siehe, überwunden hat der Löwe, der aus dem Stamme Judahs ist, die Wurzel Davids, das Buch zu öffnen, und zu lösen dessen sieben Siegel. Er nahm das Buch, und sie sangen ein neues Lied und sprachen: Du bist würdig das Buch zu öffnen und zu lösen seine Siegel".
Hieraus kann erhellen, daß unter dem geschriebenen Buch die Vergegenwärtigung der Taten eines jeden verstanden wird. Eben dieses auch unter dem Buch bei Ps.139/16: "In deinem Buche wurden alle Tage aufgezeichnet, die bestimmt waren".
8621. "Und lege es in die Ohren Josuas", 2.Mose 17/14, bedeutet, zum Gehorsam für das gegen dieses Falsche kämpfende Wahre.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "in die Ohren legen", insofern es ausdrückt, um zu gehorchen. Daß die Ohren den Gehorsam bezeichnen, sehe man Nr. 2524, 3869, 4652-4660. Ferner aus der vorbildlichen Bedeutung Josuas, insofern er das gegen das Falsche aus dem inwendigeren Bösen kämpfende Wahre bezeichnet, worüber Nr. 8595.
8622. "Denn Ich will das Andenken Amaleks gänzlich vertilgen unter dem Himmel", 2.Mose 17/14, bedeutet, daß dieses Falsche völlig entfernt werden müsse, so daß es nicht mehr kämpfen kann.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "aus dem Andenken vertilgen", insofern es soviel ist, als entfernen, worüber folgen wird; und aus der vorbildlichen Bedeutung Amaleks, insofern es diejenigen darstellt, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind, worüber Nr. 8593.
Das Andenken Amaleks vertilgen bedeutet, das Falsche aus dem inwendigeren Bösen völlig entfernen, weil dasselbe zwar entfernt, aber nicht vertilgt werden kann; denn dieses Falsche ist in den höllischen Genien, die in Ewigkeit leben: Nr. 8593. Aber diese Genien werden vom Herrn entfernt, damit sie nicht in diejenigen einfließen, die der geistigen Kirche angehören. Der Grund ist, weil sie nicht wie die höllischen Geister in das Denken des Verstandes, also auch nicht in die Kenntnisse des Glaubens einfließen, sondern in die Neigungen des Willens, und somit in die Triebe der Liebtätigkeit; und dies in so heimlicher Weise, daß durchaus keine Spur erscheint, daß es von ihnen herrührt. Deshalb könnte, wenn sie einflößen, der Mensch der geistigen Kirche durchaus nicht erlöst werden, weil sie die Neigungen des Guten und Wahren verkehren und völlig verderben würden. Darum müssen diese höllischen Genien entfernt werden, damit sie nicht in Gemeinschaft kommen mit den Angehörigen der geistigen Kirche des Herrn.
Überdies muß man wissen, daß bei dem Menschen der geistigen Kirche ein neuer Wille in das Verstandesgebiet eingepflanzt ist: Nr. 895, 927, 1023, 1043, 1044, 2256, 4328, 4493, 5113; diesen Willen würden jene Genien völlig zerstören, wenn es ihnen gestattet würde einzufließen. Sie würden auch in das Erbböse des alten Willens eindringen und es wieder aufschließen, während es doch verschlossen worden ist. Daß es verschlossen worden, sehe man Nr. 986, 1667, 2308.
Diese höllischen Genien werden darum entfernt, damit sie nicht einfließen, weil ihr Falsches, welches das Falsche aus einem inwendigeren Bösen ist, zugleich Böses ist, und zwar ein solches Böses, daß es nicht in das Verstandesgebiet, sondern in das Willensgebiet einfließen kann, und weil der neue Wille, wie oben bemerkt wurde, in das Verstandesgebiet des Menschen der geistigen Kirche eingepflanzt ist, darum wurden sie von dem Einfluß in denselben entfernt. Zu diesem Zweck bewirkt auch der Herr, daß solche Genien in Ansehung ihres ganzen Verstandesvermögens abgeödet (oder verwüstet) werden.
Zu solchen Genien werden nach dem Tode die Menschen, die beständig auf Böses dachten gegen den Nächsten und ihre Gedanken an dergleichen Dingen ergötzten, und die auch wirklich ihren Nebenmenschen Böses zufügten, aber heimlich und durch andere, wobei sie sich sehr hüteten, daß man nicht erfuhr, daß es von ihnen herkam. Im Äußeren erschienen sie übrigens bescheiden, höflich und freundlich gesinnt, ja sogar auch christlich in ihrer Rede und in ihrem Leben, aber sie waren Heuchler und in ihrem Inneren arglistige Tiger.
8623. "Und Mose baute einen Altar", 2.Mose 17/15, bedeutet, zum heiligen Gottesdienst und Andenken.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Altars, insofern er eine vorzügliche Vorbildung des Herrn ist, worüber Nr. 2777, 2811, 4489, und daher das Heilige des Gottesdienstes bezeichnet: Nr. 4541.
Daß es auch bedeutet zum Andenken, kommt daher, daß in alten Zeiten Haufen errichtet wurden zum Zeugnis und Gedächtnis einer Sache, die festbleiben und an die man sich erinneren sollte. Späterhin wurden auch Altäre (errichtet): Nr. 4192. Hier zum Andenken daran, daß, weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs war, der Krieg Jehovahs gegen ihn von Geschlecht zu Geschlecht dauern sollte.
Daß Altäre auch zum Zeugnis und Andenken errichtet wurden, erhellt aus dem Altar, den die Rubeniten, die Gadditen und der halbe Stamm Menasche am Jordan errichteten, in betreff dessen sie zu den Söhnen Israels sagten, sie wollten (mit Unrecht) deshalb Krieg mit ihnen führen, weil sie ihn (den Altar) zum Zeugnis errichtet hätten, daß sie Jehovah verehren wollten, nicht durch Brandopfer und Schlachtopfer auf demselben, sondern auf dem Altare, der vor der Wohnung Jehovahs war. Darum nannten sie diesen Altar "Zeuge zwischen uns und zwischen euch, daß Jehovah Gott ist": Jos.22/10-34.
8624. "Und nannte den Namen desselben Jehovah Nissi (d.i. mein Panier)", 2.Mose 17/15, bedeutet den fortwährenden Krieg und Schutz des Herrn gegen diejenigen, die im Falschen des inwendigeren Bösen sind.
Dies erhellt daraus, daß die Namen, die von den Alten in der Kirche gegeben wurden, die Beschaffenheit und den Zustand der Sache, von der es sich handelte, bezeichneten, und daß sie auch das gleiche durch die Namen selbst ausdrückten: Nr. 340, 1946, 3422, 4298. Die Beschaffenheit und der Zustand der Sache, von der hier gehandelt wird, ist von der Art, daß Krieg Jehovahs gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht sein muß; im inneren Sinn, daß beständiger Krieg sein muß gegen diejenigen, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind. Dies wird auch bezeichnet durch Jehovah Nissi.
Jehovah Nissi bedeutet in der Grundsprache Jehovah meine Kriegsfahne oder mein Panier, und durch Panier oder Kriegsfahne wird im Worte die Zusammenberufung zum Krieg bezeichnet; und weil Krieg Jehovahs gesagt wird, so bedeutet es auch den von Ihm ausgehenden Schutz. Daß Kriegsfahne oder Panier die Zusammenberufung zum Krieg bedeutet, erhellt daraus, daß man, wenn Zusammenberufungen stattfanden, sei es zum Aufbruch oder zu Festen oder zum Krieg, die Posaune ertönen ließ, und dann auch das Panier oder die Kriegsfahne auf den Bergen erhob (d.i. aufpflanzte).
Daß sie die Posaune ertönen ließen, sehe man 4.Mose 10/1-11; daß sie das Panier oder die Kriegsfahne erhoben, aus folgenden Stellen:
Jerem.4/5,6: "Verkündigt es in Juda, und laßt es hören zu Jerusalem, und sprechet, und blaset die Posaune im Lande, rufet laut und sprechet: Versammelt euch und laßt uns in die festen Städte ziehen, pflanzet Panier auf nach Zion hin, kommet zusammen, haltet euch nicht auf".
Jes.18/3: "Ihr Weltbewohner alle und ihr Insassen des Landes, wenn das Panier erhoben wird, dann merket auf, und wenn die Posaune geblasen wird, dann höret".
Jes.5/26: "Er hat Panier errichtet für die Völker in der Ferne, und (eines) derselben herbeigelockt von den Grenzen der Erde, und siehe, schnell und eilend kommt es daher".
Jes.13/2: "Auf hohen Bergen erhebet das Panier, mit lauter Stimme rufet ihnen zu, winket mit der Hand, damit sie einziehen in die Tore der Fürsten".
Jes.49/22: "So spricht der Herr Jehovih: Siehe, Ich erhebe Meine Hand gegen die Völkerschaften hin, und für die Nationen erhebe Ich Mein Panier, damit sie deine Söhne auf dem Arme herzubringen, und deine Töchter auf der Schulter herbeitragen".
Hieraus geht deutlich hervor, daß durch Panier eine Versammlung bezeichnet wird.
Daß das Panier oder Feldzeichen, wenn vom Herrn gesagt, auch Schutz bedeutet, erhellt
Jes.59/19: "Sie werden sich fürchten vom Niedergang (der Sonne) den Namen Jehovahs, und vom Sonnenaufgang Seine Herrlichkeit, wenn die Bedrängnis kommen wird wie ein Strom; der Geist Jehovahs wird das Panier dagegen erheben; dann wird für Zion ein Erlöser kommen".
Jes.11/10: "An jenem Tage wird es geschehen, daß die Völker die Wurzel Jischai suchen werden, die steht zum Panier der Völker, und seine Ruhe (Wohnung) wird Herrlichkeit sein".
Weil das Feldzeichen, das in der Grundsprache mit demselben Wort ausgedrückt wird, wie das Panier eine Versammlung bedeutete und auch Schutz, wenn es vom Herrn gesagt wurde, deshalb wurde ausdrücklich befohlen, daß eine eherne Schlange als Panier aufgerichtet werden sollte, worüber es heißt:
4.Mose 21/8,9: "Jehovah sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange, und stelle sie auf zum Zeichen; und es wird geschehen, ein jeder, der gebissen worden ist, und sie ansieht, wird leben. Und Mose machte eine eherne Schlange, und stellte sie auf zum Zeichen; und es geschah, wenn eine Schlange einen Mann gebissen hatte, und er sah die eherne Schlange an, wurde er wieder gesund": daß die eherne Schlange den Herrn vorbildete, sehe man Joh.3/14,15; daß sie auch den Schutz vorbildete, ist klar, denn die Genesung durch das Ansehen der Schlange auf dem Panier bezeichnete die Heilung von dem Bösen des Falschen durch das gläubige Hinblicken auf den Herrn; denn der Herr sagt in der angeführten Stelle bei Joh.3/14: "Gleich wie Moses eine Schlange in der Wüste erhöhet hat, also muß des Menschen Sohn erhöhet werden, damit ein jeder, der an Ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe".
8625. "Und er sprach: Weil die Hand (Amaleks) gegen den Thron Jahs ist", 2.Mose 17/16, bedeutet, weil sie dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollten.
Dies erhellt aus der Bedeutung von "die Hand gegen jemanden erheben", insofern es ausdrückt, Gewalt antun; und aus der Bedeutung des Thrones Jahs, insofern er das geistige Reich des Herrn bezeichnet. Der Thron Jahs (oder Jehovahs) bezeichnet aber das geistige Reich des Herrn, weil Thron vom Königlichen des Herrn gesagt wird, und dem Königlichen des Herrn Sein geistiges Reich entspricht.
Zwei Dinge sind es, die vom Herrn ausgesagt werden, nämlich das Priestertum und das Königtum. Seinem Priestertum entspricht das himmlische Reich, und dem Königtum das geistige Reich, denn der Herr heißt Priester vermöge des göttlich Guten, und König vermöge des göttlich Wahren. Dieses göttlich Wahre liegt im Namen Christus, und das göttlich Gute im Namen Jesus; man sehe Nr. 1728, 2015, 3004, 3009, 6148. Thron wird vom Königlichen des Herrn gesagt, daher von Seinem geistigen Reich, ebenso Jah. Was der Thron bedeutet, sehe man Nr. 5313, und was Jah: Nr. 8267.
Was die Sache selbst anbelangt, daß nämlich diejenigen, die durch Amalek vorgebildet werden, d.h. die höllischen Genien, die im Falschen aus dem inwendigeren Bösen sind, dem geistigen Reich des Herrn Gewalt antun wollen, so ist es Nr. 8593, 8622 erklärt worden. Diejenigen, die im Falschen dieses Bösen waren, konnten von denen, die der geistigen Kirche angehörten, nicht getrennt werden bevor der Herr in die Welt kam, und das Menschliche in Sich göttlich machte; dann aber wurden sie in eine Hölle eingeschlossen, aus der sie niemals herauskommen können. Auch wurde ihnen die Gemeinschaft mit anderen, die durch Einfluß stattfindet, ganz und gar genommen, denn der Mensch der geistigen Kirche ist im Dunkeln in Ansehung des Glaubenswahren, und erkennt es als wahr an, weil es die Kirche dafür erklärt, nicht aber, weil er es als Wahres innegeworden ist. Dieses Wahre wird bei ihnen zum Guten, und daher zur Sache des Gewissens. Könnten die bösartigen Genien in dieses Dunkle einfließen, so würden sie das Gewissen auf tausendfache Weise zerstören, denn sie wirken nicht auf die darin enthaltenen Glaubenswahrheiten ein, sondern auf die Neigungen selbst; und wo sie nur etwas von einer Neigung zum Guten wahrnehmen, verkehren sie dieselbe augenblicklich, und so heimlich, daß es durchaus nicht zur Wahrnehmung gelangen kann. Sie greifen die Zwecke selbst an, kurz, ihre Bosheit kann nicht beschrieben werden, wohl aber kann sie verglichen werden mit einem unsichtbaren tödlichen Gift, das bis in das Mark selbst eindringt.
Mehreres von diesen Genien wird, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, am Ende der Kapitel aus Erfahrung gesagt werden.
8626. "Darum wird Krieg Jehovahs sein gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht", 2.Mose 17/16 bedeutet, daß sie unterjocht und in die Hölle geworfen wurden, aus der sie niemals herauskommen können, vermöge der göttlichen Macht des Herrn.
Dies erhellt aus der Bedeutung des Kriegs Jehovahs, insofern er das Hineinwerfen in die Hölle bezeichnet; und aus der Bedeutung von "Geschlecht zu Geschlecht", insofern es soviel ist, als fortwährend, also, daß sie niemals wieder von da herauskommen können. Daß dies vermöge der göttlichen Macht des Herrn geschah, sehe man Nr. 8625.
Der Krieg Jehovahs bedeutet aber ein Hineinwerfen in die Hölle, weil der Krieg Jehovahs ein beständiger Sieg ist. Die höllischen Genien können gegen Jehovah, d.h. gegen den Herrn durchaus keinen Krieg führen und kämpfen, sondern es scheint ihnen nur, als ob sie kämpften, ja auch bisweilen, als ob sie siegten, wenn sie diejenigen, die im Bösen sind, unterjochen; gleichwohl aber haben sie gar keine Macht gegen das Göttliche. Das geringste der göttlichen Macht bezwingt im Augenblick auf jeden Wink die ganze teuflische Rotte, wenn es auch Myriaden von Myriaden wären. Aber der Herr gestattet ihnen insoweit einzuwirken, als Nutzen daraus hervorgeht, und ihr Böses vom Herrn in Gutes verwandelt werden kann, worüber, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, an einer anderen Stelle.
Hieraus kann einigermaßen erhellen, daß "Krieg Jehovahs gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht" die Unterjochung und das Werfen in die Hölle bedeutet, aus der sie niemals wieder herauskommen können, zufolge der göttlichen Macht des Herrn.
Nr. 8627 - 8640 abgedruckt in Band