Hauptteil: Lorber ↔ Swedenborg

Zehn Stellenpaare – je ein Lorber- und ein Swedenborg-Beleg – mit einer Einordnung, die nur zu diesem Paar passt.

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Differenz in einem Satz

Wer nur Gemeinsamkeiten sucht, findet Begriffe; wer Primärstellen liest, findet verschiedene Erkenntniswerke.

Stellenpaare

Paar 1: Offenbarungsweg

„03] Er hatte am 15. März 1840 um 6 Uhr morgens - so erzählte er nachher seinen Freunden - gerade sein Morgengebet verrichtet und war im Begriffe, sein Bett zu verlassen, da hörte er in seiner Brust, an der Stelle des Herzens, deutlich eine Stimme ertönen, welche ihm zurief: »Steh auf, nimm deinen Griffel und schreibe!« - Er gehorchte diesem geheimnisvollen Rufe sogleich und schrieb das ihm innerlich Vorgesagte Wort für Wort nieder.“[1]

CUR-010 · EZW (Leitner); Lorber-Verlag; | expandiert: research/j-lorber/jl/him1/him1-007.htm.txt

„Ich weiß wohl, daß viele sagen werden, es könne nie jemand mit Geistern und Engeln reden, solange er im Leibe lebt, und viele, es sei eben Einbildung, andere auch, ich habe derlei berichtet, um Glauben zu gewinnen, und andere anders; aber dergleichen kümmert mich nicht, denn ich habe (jenes) gesehen, gehört, gefühlt.“[1]

SW-Gn02-68-weg · work/HG-Deutsch/Gn02.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 68

Einordnung: Beide Stellen behaupten Erfahrungszugang jenseits gewöhnlicher Sinnesgewissheit – und sie tun es verschieden. Lorbers Berufung am 15.03.1840 ist ein Hörbefehl „an der Stelle des Herzens“: Griffel nehmen, Wort für Wort niederschreiben; der Leib bleibt im Bettgeschehen, die Autorität ist Stimme. Swedenborg dagegen antizipiert den Einwand, niemand könne im Leibe mit Geistern reden, und antwortet mit der Trias gesehen–gehört–gefühlt; er verteidigt Seherkontakt, nicht Schreibdiktat. Wer die beiden Sätze nebeneinanderlegt, sieht: Lorber begründet eine Schreibpraxis, Swedenborg eine Wahrnehmungslegitimation. Die urka-Frage „Wie kommt Offenbarung?“ spaltet sich hier in Herz-Diktat versus geöffnete Sinne. Identität der Wege ist damit schon am Einstieg widerlegt, Nähe der Anspruchslogik („ich habe es erfahren“) bleibt.

Paar 2: Textform

„05] Meine Kirche auf Erden ist ein Reinigungsbad; wer sich gewaschen hat, der komme zu Mir, damit Ich ihn abtrockne mit der Wärme Meiner Liebe und ihn behalte. Wer aber nur Freude an dem Pritscheln und Wascheln hat, dem geht es wie den Mühlrädern, die nie aus dem Wasser kommen.“[2]

LO-hag1-kirche-1663623 · research/j-lorber/jl/hag1/hag1-002.htm.txt

„Daß das Wort des Alten Testaments Geheimnisse des Himmels enthält, und daß alles und jedes (in ihm) eine Beziehung hat auf den Herrn, Seinen Himmel, die Kirche, den Glauben und das was zum Glauben gehört, ersieht kein Sterblicher aus dem Buchstaben; denn aus dem Buchstaben oder dem Sinne des Buchstabens sieht niemand etwas anderes, als daß es im allgemeinen sich beziehe auf das äußere der jüdischen Kirche, während doch überall ein Inneres ist, das nirgends offen vorliegt im äußeren, ausgenommen sehr weniges, das der Herr geoffenbart und den Aposteln erklärt hat; wie z.B.“[2]

SW-Gn01-1-gott · work/HG-Deutsch/Gn01.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 1

Einordnung: Formkontrast an zwei Lehrstellen: Lorber lässt den Herrn im Dialogbild sprechen – Kirche als Reinigungsbad, Wärme der Liebe, Mühlrad-Gleichnis; Syntax ist anschaulich und mündlich. Swedenborg eröffnet die Arcana mit der These, das Alte Testament enthalte Himmelsgeheimnisse, die aus dem Buchstaben niemand sehe; der Ton ist traktathaft, lateinisch-systematisch im Ursprung, auf inneren Sinn hin geordnet. Dieselbe Sache „Kirche/Heil“ wird einmal narrativ-metaphorisch, einmal als Leseprogramm der Schrift verhandelt. CURX-014 (exegetisch vs. dialogisch) ist hier am Text greifbar, nicht als Etikett. Für Leser: Wer nur eine Form erwartet, verfehlt den anderen Autor methodisch.

Paar 3: Wohin / Woher

„03] Aber ich kann ja doch nicht allein sein! Die vielen tausend mal tausend Millionen von Menschen auf der Erde, die so wie ich geboren wurden, gelebt haben, und wieder gestorben sind; wo sollen denn diese hingekommen sein? haben sie etwa gänzlich aufgehöret zu sein, oder haben sie irgend in all den zahllosen Punkten der ganzen Unendlichkeit, von einander endlos weit entfernt, etwa mit mir ein gleiches Eselsloos? Das scheint mir wohl das allerwahrscheinlichste zu sein. Denn mein einstiger Führer, und darauf die schönen Schäflein und Lämmlein waren doch ein sicherer Beweis, daß es in dieser rein endlosen Welt wohl noch irgend Menschen giebt; aber wo, wo, wo! das ist eine ganz andere Frage!“[3]

LO-bmar-kosmos-1418653 · research/j-lorber/jl/bmar/bmar-012.htm.txt

„Allein wofern man den Zustand nicht kennt, in dem der Mensch sich befindet, wenn er aus einem geistigen ein himmlischer wird, kann man auch niemals fassen, was dies in sich schließt, denn es sind etwas tiefer liegende Geheimnisse. Solange er ein geistiger ist, will der äußere Mensch dem inneren noch nicht Folge leisten und dienen, daher dann Kampf ist. Hingegen wenn er himmlisch wird, dann fängt der äußere Mensch an dem inneren zu folgen und zu dienen, daher der Kampf aufhört, und Ruhe entsteht; man sehe Nr. 87. Diese Ruhe wird bezeichnet durch Regen und Dunst, denn sie ist wie ein Dunst, durch den sein äußerer vom inneren bewässert und durchströmt wird.“[3]

SW-Gn02-91-abs · work/HG-Deutsch/Gn02.html · n. 91

Einordnung: Martin stellt die Wohin-Frage der Unendlichkeit: Wohin mit den Abermillionen Verstorbenen – Vernichtung oder isoliertes Elend? Die Stelle ist Angst vor dem Nachher. Swedenborg beschreibt den Übergang vom geistigen zum himmlischen Menschen: Kampf endet, äußerer Mensch dient dem inneren, „Regen und Dunst“ als Ruhe/Friede. Sein Blick geht auf Zustandsziel und Reifung (Wohin im Inneren), nicht auf Bevölkerungsstatistik des Jenseits. CUR-014s Faustregel (Swedenborg Wohin?, Lorber Woher?) trifft Swedenborg hier gut; Lorber liefert in Martins Mund ausgerechnet die Wohin-Panik – die Tendenz ist also zu korrigieren. Paarlesen zeigt: dieselbe Achse „Ziel des Menschen“ kann kosmisch-einsam oder anthropologisch-friedlich formuliert sein.

Paar 4: Gott / Christus

„01] Sagt Faustus: »Herr, nun fängt es bei mir an hell zu werden! - Es ist in aller Unendlichkeit nur ein Gott, eine Kraft und ein Gesetz der ewigen Ordnung. Wer aus den Menschen sich dieses Gesetz zum eigenen macht, für den ist alles und überall Himmel: wer aber aus seiner eigenen Freiheit heraus diesem Gesetze widerstreben will, für den ist überall Hölle, Qual und Marter!“[4]

LO-ev02-gott-9216821 · research/j-lorber/jl/ev02/ev02-010.htm.txt

„Im Folgenden wird unter dem Herrn einzig verstanden der Welt Heiland Jesus Christus, und Er heißt Herr ohne die übrigen Namen; als Herr wird Er anerkannt und angebetet im gesamten Himmel, weil Er alle Gewalt hat in den Himmeln und auf Erden; Er hat es auch geboten, indem Er sagte: Ihr heißet Mich Herr, und saget recht daran; denn Ich bin es: Joh.13/13. Auch haben Seine Jünger Ihn nach der Auferstehung Herr genannt. #15.“[4]

SW-Gn01-14-jesus · work/HG-Deutsch/Gn01.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 14

Einordnung: Faustus verdichtet: in aller Unendlichkeit nur ein Gott, ein Gesetz; Himmel oder Hölle hängen daran, ob man dieses Gesetz übernimmt oder ihm widerstrebt. Gott und sittliche Ordnung fallen zusammen. Swedenborg bestimmt terminologisch: „Herr“ meint einzig Jesus Christus, im gesamten Himmel anerkannt; er zitiert Joh. 13 und die nachösterliche Anrede. Christozentrik ist bei ihm Namens- und Anbetungslehre, bei Lorber/Faustus Einheits- und Ordnungsbekenntnis. Beide sind nicht trinitätstheologisch ausdifferenziert in diesen Kurzstellen – aber der Akzent differiert: Lorber-Dialog ethisiert die Einzigkeit Gottes, Swedenborg identifiziert den Anbetbaren. urka.de kann damit „Gott/Christus“-Schlagworte autorenspezifisch schärfen.

Paar 5: Jenseits

„05] Ich grüß' dich, lieber Bruder; - sage, wie bist denn du hierher gekommen? hast etwa auch schon mein Alter in dieser schönen Geisterwelt erreicht? - weißt so circa 5 Millionen Jahre auf einem Flecke, sage auf einem und demselben Flecke - 5 Millionen Jahre?!!“[5]

LO-bmar-kosmos-6549878 · research/j-lorber/jl/bmar/bmar-003.htm.txt

„HH lehrt u. a., dass Himmel und Hölle aus dem Menschengeschlecht bestehen und niemand vom Herrn in die Hölle geworfen wird.“[5]

CUR-008 · Wikisource HH Inhaltsübersicht n. 311–317; 545–550

Einordnung: Fünf Millionen Jahre „auf einem und demselben Flecke“ – Martins Gegenüber macht Jenseitszeit zur Haft. Das Jenseits ist hier Raum-Zeit-Qual. CUR-008 verdichtet Swedenborgs HH: Himmel und Hölle bestehen aus dem Menschengeschlecht; niemand wird vom Herrn in die Hölle geworfen. Herkunft der Bewohner und Verantwortung liegen beim Menschen, nicht bei einer willkürlichen Verurteilung. Gegen Martins Millionen-Haft gelesen, verschiebt Swedenborg den Fokus von Dauerfolter-Imagines auf Zustandsentsprechung. Beide kennen Ernst des Nachher; die Dramaturgie (Erzählqual vs. Lehrsatz) und die Theodizee (wer wirft wen wohin?) sind nicht austauschbar.

Paar 6: Mensch / Wiedergeburt

„03] Auf diese Frage des Nikodemus antwortete Ich ebenso kurz, wie es der Vers angibt, nämlich: »Wahrlich, wahrlich sage Ich dir: Es sei denn, dass jemand a von neuem geboren werde, sonst kann er das Reich Gottes weder sehen und noch weniger in dasselbe kommen!«, was soviel sagen will als: »So du deinen Geist nicht durch Wege, die Ich dir mit Meiner Lehre und Tat zeige, erweckest, kannst du das göttlich Lebendige Meines Wortes nicht einmal erkennen, geschweige in dessen lebengebende Tiefen eindringen!« ( a Johannes.03,03 *; 1. Petrus.01,23 )“[6]

LO-ev01-kosmos-1124722 · research/j-lorber/jl/ev01/ev01-018.htm.txt

„Die Erde ausbreiten und die Himmel ausdehnen ist eine gewöhnliche Redensart bei den Propheten, wo von der Wiedergeburt des Menschen gehandelt wird, wie bei Jes.44/24: So sprach Jehovah, dein Erlöser und dein Bildner von Mutterleib an: Ich Jehovah mache alles, dehne die Himmel aus allein, breite die Erde aus von Mir selbst. Dann, wo von der Zukunft des Herrn offen gesprochen wird: Jes.42/3,4: Das zerstoßene Rohr zerbricht Er nicht, und den glimmenden Docht löscht Er nicht aus, zur Wahrheit führt Er aus das Gericht: das ist: die Täuschungen bricht Er nicht und löscht die Begierden nicht aus, sondern lenkt sie zum Wahren und Guten; so folgt auch Jes.“[6]

SW-Gn01-25-abs · work/HG-Deutsch/Gn01.html · n. 25

Einordnung: Jesus deutet Nikodemus: ohne von neuem geboren zu werden kein Reich; Lorber paraphrasiert als Erweckung des Geistes durch Lehre und Tat, sonst kein Eindringen in die Tiefen des Wortes. Wiedergeburt ist Wegmetapher mit Erkenntnisziel. Swedenborg liest „Himmel ausdehnen / Erde ausbreiten“ bei den Propheten als Redensart der Wiedergeburt und bindet sie an Lenkung von Täuschungen und Begierden zum Wahren und Guten. Beide zielen auf innere Erneuerung; Lorber dialogisiert Joh. 3, Swedenborg allegorisiert Schöpfungs-/Prophetenrede. Der Mensch wird nicht moralisch „verbessert“, sondern neu konstituiert – das gemeinsame Minimum; die Textoperation bleibt verschieden.

Paar 7: Kirche / Institution

„05] Meine Kirche auf Erden ist ein Reinigungsbad; wer sich gewaschen hat, der komme zu Mir, damit Ich ihn abtrockne mit der Wärme Meiner Liebe und ihn behalte. Wer aber nur Freude an dem Pritscheln und Wascheln hat, dem geht es wie den Mühlrädern, die nie aus dem Wasser kommen.“[7]

LO-hag1-kirche-1663623 · research/j-lorber/jl/hag1/hag1-002.htm.txt

„Hier wird im allgemeinen gehandelt von der Vorbereitung der neuen Kirche; wie früher in betreff ihres Verständigen, so hier in betreff ihres Wollenden: Vers 1-5.“[7]

SW-Gn07-701-kirche · work/HG-Deutsch/Gn07.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 701

Einordnung: Lorbers Reinigungsbad-Kirche zielt auf den Einzelnen: waschen, dann zur Liebe Christi kommen; Ritualfreude ohne Personbezug scheitert. Swedenborg spricht von der Vorbereitung der neuen Kirche in Verständigem und Wollendem – Kirche als innere Doppelstruktur einer Gemeinschaftslinie. Institution im modernen Sinn (Amtskirche, Neue Kirche als Organisation) steht in keinem der beiden Sätze im Vordergrund; CUR-016 muss separat gelesen werden. Das Paar zeigt Lehr-Kirche: soteriologisches Bild versus heilsgeschichtliche Verfassung. Wer „Kirche“ bei beiden sucht, findet Zustands- und Wegbegriffe, nicht denselben Vereinsbegriff.

Paar 8: Kirche / Institution (Bruch und Erneuerung)

„07] Wie möchte Er an dem nunmehr ein Wohlgefallen haben, vor dem Er alle Seine Jungen, wie im Geiste auch mich, gar sehr gewarnt hatte, indem Er sprach: „Hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Hohenpriester!? - Und ihr wollet nun das alte Richthaus, das vor Gott ein Greuel geworden ist, zu einer Wohnstätte des Herrn errichten, auf daß ihr Ihn vielfach tödten möchtet daselbst?!“[8]

LO-laod-kirche-6348123 · research/j-lorber/jl/laod/laod-003.htm.txt

„Es wird gehandelt von den von der Kirche getrennten Lehren oder vonden Ketzereien, und von einer nachher erweckten neuen Kirche, genanntEnosch.“[8]

SW-Gn04-324-kirche · work/HG-Deutsch/Gn04.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 324

Einordnung: Laodizea warnt vor dem Sauerteig der Pharisäer und vor dem Wiedererrichten des Richthauses, in dem man den Herrn töten könnte – Kirchenmacht als wiederholbare Tötungsstruktur. Swedenborg ordnet Ketzerien und die erweckte neue Kirche „Enosch“ als inneren Sinn eines Genesiskapitels: Trennung und Erneuerung sind typologisch vorgesehen. Lorber agitiert gegen konkrete Restauration; Swedenborg kartiert Abspaltung und Neuansatz als Schriftgesetz. Beide kennen Bruch; der eine als ethisch-prophetische Warnung, der andere als Entsprechungsgeschichte. Für urka.de: „neue Kirche“ bei Swedenborg nicht vorschnell mit der historischen New Church gleichsetzen – und Lorbers Warnung nicht zur generellen Kirchenauflösung verwässern.

Paar 9: Abhängigkeit / Anerkennung

„25] Ich aber, der euch hierhergeführt hat, bin der Geist Swedenborgs; und somit habt ihr auch alles das gesehen, was zu sehen euch vom Herrn aus in meiner Sphäre vergönnt war. - Und so kehren wir wieder zurück.“[9]

LO-gso1-mensch-9839882 · research/j-lorber/jl/gso1/gso1-016.htm.txt

„Swedenborg beansprucht Offenbarung vom Herrn und Öffnung des inneren Sinnes (Selbstzeugnis).“[9]

CUR-020 · Noack Vorwort EL 1, WCR 779

Einordnung: Im Gang durch die Geistige Sonne sagt der Führer ausdrücklich: „Ich … bin der Geist Swedenborgs“ und verweist auf das vom Herrn in seiner Sphäre Vergönnte. Lorber integriert Swedenborg als geisterweltlichen Wegweiser mit Weisheit „aus Mir“ – Abhängigkeit als szenische Anerkennung, nicht als Plagiatgeständnis. CUR-020 hält fest, dass Swedenborg selbst Offenbarung vom Herrn und Öffnung des inneren Sinnes beansprucht. Beide Seiten behaupten also Herrn-Ursprung; Lorbers Szene ordnet Swedenborg demselben Herrn unter und macht ihn zugleich zum lokalen Führer. Das stützt CUR-015/Noack-Empfehlung und widerlegt zugleich Identitätsverschmelzung: Swedenborg erscheint als Geist in Lorbers Kosmos, nicht als Verfasser von Lorbers Griffeltext.

Paar 10: Offenbarung und Sinnliches

„01] Dem, der da ist ein Furchtsamer vor Mir (mehr der Kirche als Meintwegen) und doch gerne ein tröstendes Wort hätte, da er meint, Ich hätte etwas wider ihn, der Schwäche seines Glaubens wegen - weil Ich nicht sogleich auch ihm tat, wie denen, die schon jahrelang sich nach Meinem Lichte gesehnt haben, da er noch ruhig lebte in der Außenkirche und den rauschenden Wind hielt für Meinen Geist und den Donner für die Stimme des Lebens im Sohne - diesem sage:“[10]

LO-him1-kirche-4650465 · research/j-lorber/jl/him1/him1-019.htm.txt

„Weil sie jetzt anfingen nichts zu glauben, was sie nicht mit den Sinnen fassen könnten, aus Selbst- oder Eigenliebe, so wird das Sinnliche dargestellt durch eine Schlange; die Selbst- oder Eigenliebe durch das Weib, und die Vernunft (Rationale) durch den Mann.“[10]

SW-Gn03-191-offenbarung · work/HG-Deutsch/Gn03.html · Arcana Coelestia / Himmlische Geheimnisse · n. 191

Einordnung: Lorber tröstet den, der mehr die Kirche als den Herrn fürchtet und Wind/Donner für Geist/Lebensstimme hält – Fehllesung äußerer Zeichen. Swedenborg beschreibt den Fallschritt: nichts glauben, was man nicht sinnlich fasst; Schlange = Sinnliches, Weib = Eigenliebe, Mann = Vernunft. Beide kritisieren eine Religion, die am Äußeren klebt; Lorber an institutioneller Furcht und Naturgeräusch als Scheingeist, Swedenborg an Sinnesdogma und Selbstliebe. Die Offenbarungsachse wird negativ bestimmt: was Offenbarung nicht ist. Positiv bleiben bei Lorber Herzstimme, bei Swedenborg innerer Sinn – wieder nicht deckungsgleich.

Fußnoten

  1. [1] Paar 1: Offenbarungsweg — CUR-010, SW-Gn02-68-weg
  2. [2] Paar 2: Textform — LO-hag1-kirche-1663623, SW-Gn01-1-gott
  3. [3] Paar 3: Wohin / Woher — LO-bmar-kosmos-1418653, SW-Gn02-91-abs
  4. [4] Paar 4: Gott / Christus — LO-ev02-gott-9216821, SW-Gn01-14-jesus
  5. [5] Paar 5: Jenseits — LO-bmar-kosmos-6549878, CUR-008
  6. [6] Paar 6: Mensch / Wiedergeburt — LO-ev01-kosmos-1124722, SW-Gn01-25-abs
  7. [7] Paar 7: Kirche / Institution — LO-hag1-kirche-1663623, SW-Gn07-701-kirche
  8. [8] Paar 8: Kirche / Institution (Bruch und Erneuerung) — LO-laod-kirche-6348123, SW-Gn04-324-kirche
  9. [9] Paar 9: Abhängigkeit / Anerkennung — LO-gso1-mensch-9839882, CUR-020
  10. [10] Paar 10: Offenbarung und Sinnliches — LO-him1-kirche-4650465, SW-Gn03-191-offenbarung

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